Citrix Virtual Apps and Desktops 2203 LTSR ist erschienen: Der neue Long Term Service Release bringt zahlreiche Funktionen mit, die für die Welt des hybriden Arbeitens unverzichtbar sind. Vor allem, was die High-Definition-User-Experience (HDX)

Was ist der Long Term Service Release (LTSR)?

Der Long Term Service Release ist ein Veröffentlichungs-Vehikel, das für Citrix Virtual Apps and Desktops angeboten und alle zwei bis drei Jahre bereitgestellt wird. Neben einem verlängerten Lebenszyklus und einer vorhersehbaren Wartung, können Sie mit ihm auch Compliance-Standards besser erfüllen.

Dazu kommt der Support: Ein LTSR wird deutlich länger als ein Citrix Virtual Apps and Desktops Current Release (CR) unterstützt, der rund 18 Monate lang konform ist. Denn sobald eine LTSR öffentlich verfügbar ist, werden neue Lebenszyklus-Meilensteine für diese Version festgelegt, die fünf Jahre Mainstream- und erweiterten Support vorsehen.

Welche Betriebssysteme werden vom LTSR unterstützt?

Mit der Citrix Virtual Apps and Desktops 2203 LTSR werden Windows 10, Windows 11, Windows Server 2016, 2019 und 2022 für die Citrix VDA-Serverrolle unterstützt. Die zentrale Citrix VAD-Infrastruktur ist mit den Servern Windows Server 2016, 2019 und 2022 kompatibel.

Windows Server 2012 R2 wird hingegen nicht nativ unterstützt. Allerdings lässt sich das OS als kompatible Komponente in Citrix Virtual Apps and Desktops 2203 LTSR integrieren, indem man VDA 1912 LTSR verwendet.

Welche HDX-Verbesserungen bringt die neue Version mit?

Adaptive Throughput 2.0: Vor einiger Zeit wurde die Funktion eingeführt, die den maximalen Durchsatz erhöhen und gleichzeitig die Interaktivität der Sitzung im Auge behalten konnte, um den „Troughput“ gegebenenfalls zu drosseln. Mit Adaptive Throughput 2.0 ist diese Funktion neben Windows und weiteren Verbesserungen nun auch für Linux und Mac verfügbar.

Optimierte Grafikleistung: Citrix hat viel Arbeit in seinen verbesserten Grafik-Stack investiert, um Benutzern eine um 2 bis 3 Mal höhere Bildwiederholrate wie auch konstante 60 FPS (Frames Per Second) bei 4K-Auflösungen zu bieten – auch für diejenigen, die mit High-End-Grafik arbeiten.

Virtuelles Display Layout: Die bisher nur für Windows-Clients verfügbare Funktion ist nun durch die Verlagerung in den VDA clientunabhängig. So können Benutzer ihren Bildschirm auf allen Plattformen in mehrere virtuelle Monitore aufteilen, was gerade bei großen Bildschirmen hilfreich ist.

Screen Sharing: Für Benutzer, die hochgradig interaktive Aufgaben bewältigen, wurde die gemeinsam nutzbare Bildschirmfreigabe über HDX eingeführt. Sie ermöglicht, es, eine virtuelle Desktop-Sitzung einschließlich Bildschirminhalt, Tastatur- und Maussteuerung mit anderen zu teilen.

Drag and Drop: Mit Citrix Virtual Apps and Desktops 2203 können Dateien nun zwischen dem lokalen Client und dem virtuellen Desktop via Drag and Drop hin und hergeschoben und abgelegt werden.

Bidirectional URL Redirection für Chrome und Edge: Die bidirektionale URL-Umleitung wurde bisher nur mit dem Internet Explorer unterstützt – jetzt lässt sich die Funktion auch mit Google Chrome und Microsoft Edge nutzen.

OAuth Redirection: Sie können die OAuth-Anmeldeseite mithilfe einer URL-Umleitung nun direkt zum Endpunkt verweisen und den Benutzer sich mit einem lokalen Browser authentifizieren lassen. Anschließend wird die Erteilung des Autorisierungscodes zurück in die virtuelle Sitzung umgeleitet, um den Authentifizierungsvorgang abzuschließen.

Microsoft Teams Optimization: Dank zahlreicher Optimierungen für Microsoft Teams gestaltet sich die Zusammenarbeit noch produktiver. Dazu gehören unter anderem das App sharing, Multimonitor screen sharing, Give/Take control und ein Multi-Window Chat.

VDA Upgrade Service: Administratoren können die VDAs jetzt auf persistenten Workloads ohne Softwareverteilungs-Tools von Dritten oder benutzerdefinierte Skripte aktualisieren. VDA-Upgrades lassen sich bei Bedarf bis zu sieben Tage im Voraus planen. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, die Upgrades auf ein Zeitfenster zu verteilen, anstatt sie alle auf einmal auszuführen.

Multimedia Redirection Enhancements: Um die Audioqualität zu verbessern und Kodierungslatenz zu verringern, ist Adaptive Audio als neuer Standard-Audiocodec gesetzt. Dazu wurde eine optimierte Lösung zur Umleitung von Browser-Inhalten implementiert, die die Latenz und Website-Kompatibilität zu verbessern.

Linux VDA Verbesserungen: In den letzten zwei Jahren wurden Funktionen wie HDX-Screensharing, ein einfaches Installationstool, verbessertes PVS und vieles mehr für Linux-Clients hinzugefügt.

Welche vorherige LTSR-Version sollte ich für ein Upgrade verwenden?

Wenn in Ihrer Umgebung ein früheres unterstütztes LTSR, XenApp und XenDesktop 7.15 oder Citrix Virtual Apps and Desktops 1912, ausgeführt wird, müssen Sie für das Upgrade auf 2203 das neueste kumulative Update (CU) oder das vorherige verwenden. Das aktuelle CU für 7.15 ist CU8 und das für 1912 CU5. Somit können Sie von den folgenden LTSR-Editionen auf die neue 2203 LTSR aktualisieren:

  • XenApp/XenDesktop 7.15 CU7
  • XenApp/XenDesktop 7.15 CU8
  • Citrix Virtuelle Anwendungen und Desktops 1912 CU4
  • Citrix Virtuelle Anwendungen und Desktops 1912 CU5

LTSR-Upgrade erst testen, dann produktiv nutzen

Sie merken: Der neue Citrix Virtual Apps and Desktops 2203 LTSR bringt zahlreiche Funktionen mit, für die sich ein Upgrade lohnt. Dabei ist dies ist nur ein Vorgeschmack auf die vielen Verbesserungen, die Sie erhalten. Und wenn Sie in Ihrem Unternehmen von einer reibungslosen LTSR-Einführung profitieren möchten, empfehlen wir, das neueste Current Release zunächst in einer sicheren Vorproduktionsumgebung zu testen, um es dann in Ihre Produktivumgebung zu implementieren. Und falls Sie dann noch Fragen zum Upgrade oder zu anderen Themen rund um Citrix Virtual Apps and Desktops haben, zögern Sie nicht, mich jederzeit zu kontaktieren.

Holger Bewart | Business Development Manager Holger Bewart ist Business Development Manager bei Axians IT Solutions. An der Nahtstelle zwischen Hersteller und Kunden berät er den deutschen Mittelstand sowie Industriekonzerne zum sicheren digitalen Arbeitsplatz.