Ein flächendeckender Blackout würde verheerende Folgen haben. Das ausfallende TV-Programm oder eine nicht vorhandene Beleuchtung gehören da noch zu den Harmlosigkeiten. Was würde passieren? Und mit welchen Vorsorgemaßnahmen lassen sich Stromausfälle im Bereich der IT und Telekommunikation vermeiden?

Von einem flächendeckenden Blackout spricht man, wenn die Stromversorgung großflächig ausfällt und zur Wiederversorgung eine koordinierte Teilnetzbildung und dezentraler Einsatz geeigneter Kraftwerke erforderlich sind. Bis dahin wären die Auswirkungen eines solchen Blackouts für die betroffenen Menschen, Unternehmen und Organisationen schlimm.

Ohne Strom geht gar nichts mehr!

Konkret gilt ein flächendeckender Stromausfall als Katastrophenszenario. Auch der Versicherungsverband GDV warnt, dass bereits die ersten 24 stromlosen Stunden unser gewohntes Leben zum Stillstand bringen und dann sogar ein Kollaps unserer modernen Gesellschaft droht.

Schuld daran sind vor allem unsere mangelnde Vorbereitung und wachsende Abhängigkeit von der Stromversorgung. So würde ein langanhaltender Stromausfall auch kritische Infrastrukturen (KRITIS) treffen, zu denen unter anderem die Sektoren Transport, Verkehr, Lebensmittel- und Wasserversorgung gehören. Auch die Krankenversorgung und Gefahrenabwehr wären stark gefährdet. Kein Wunder also, dass die Folgen eines Blackouts uns nicht nur materiell, sondern auch mit Leib und Leben gefährden.

Was würde bei einem Blackout passieren?

  • Schon kurz nach dem Eintreten eines großflächigen Blackouts käme es zum Ausfall aller Kommunikationsnetze.
  • Internet und Fernsehen funktionieren nicht mehr und selbst Handys mit ausreichend Akkukapazität haben keinen Netzempfang mehr.
  • Im Straßenverkehr würde Chaos herrschen, da weder Ampeln noch Schranken an Bahnübergängen funktionieren.
  • Es fahren auch keine Züge, U-Bahnen oder S-Bahnen mehr, während Flugzeuge am Boden bleiben.
  • Viele Einrichtungen wie Krankenhäuser nutzen zwar Netzersatzanlagen (NEA), um den Betrieb lebensnotwendiger Maschinen zu gewährleisten – allerdings wird die Lage schon nach 48 Stunden ohne Strom kritisch.
  • Es beginnen ernsthafte hygienische Probleme in Krankenhäusern, Altenheimen und auf den Straßen, da die Müll- und Wasserentsorgung nicht mehr gewährleistet ist.
  • Nach einer Woche droht sogar Gefahr in Atomkraftwerken, weil Reaktoren nicht mehr ausreichend gekühlt werden können.

Das sind nur einige der möglichen Folgen. Und damit ist klar, dass jeder Stromausfall ein Wettlauf gegen die Zeit ist, den es mit allen Mitteln zu verhindern gilt. Denn auch kleinere Stromausfälle können bereits große Auswirkungen nach sich ziehen.

Telekommunikation und IT mit Versorgungssicherheit

Auch für Telekommunikations- und IT-Infrastrukturen steht fest, dass Vorsorge besser als Nachsicht ist. Und je nach Standorttyp – von einer Mobilfunkzelle oder einem Multifunktionsgehäuse (MFG) bis zur Core Site – sind die Anforderungen an die Ausfallsicherheit der Stromversorgung unterschiedlich.

In erster Linie hängen sie von den erwartenden Auswirkungen eines Stromausfalls ab. So kann es sein, dass bei einem MFG in einer Gegend mit ausschließlich privaten Haushalten auf einen Ausfallschutz verzichtet wird, da die Folgen hier vergleichsweise gering sind. An einem Core Standort sollte es jedoch verschiedene Vorkehrungen geben, um einen Ausfall von Netzelementen (NE) zu verhindern. Unter anderem kann ein NE hier mit zwei redundanten und voneinander unabhängigen Netzteilen ausgestattet sein. Fällt dann eins aus, übernimmt das zweite die Versorgung allein.

Dabei erfordern redundante Netzteile eine redundante Einspeisung, weshalb jedes Netzelement doppelt an die Stromversorgung angeschlossen wird. Das bedeutet, dass das Netzelement zwei Zuleitungen an zwei verschiedenen Sicherungen hat.

Blackout Kommunikationsinfrastruktur Backup

Was die ausfallsichere 48V Stromversorgung betrifft

In der Kommunikationstechnik kommen hauptsächlich 48V DC Systeme zum Einsatz. So besteht die Stromversorgung im Kern aus Gleichrichtermodulen, die das AC Netz in die benötigte DC Spannung umwandeln. Um hier Ausfallsicherheit zu schaffen, können einfach zwei getrennte Stromversorgungsanlagen gebaut werden.

Weit gebräuchlicher ist jedoch die Lösung, eine Stromversorgungseinheit mit redundanten Gleichrichtern zu bauen. Dabei werden mehr Gleichrichtermodule installiert, als zur Abdeckung der Leistung notwendig sind. Man spricht hier von einer n+x Redundanz, wobei das x ein Platzhalter für die zusätzlichen Gleichrichtermodule ist.

Backupbatterien nutzen und Zeit gewinnen

Da die Stromversorgung bis hierhin noch immer auf das Stromnetz angewiesen ist, wird sie für den Fall eines Stromausfalls noch mit Backupbatterien ausgestattet, die je nach der gewünschten Zeitdauer der Notversogung dimensioniert sind.

Und ähnlich wie etwa in Krankenhäusern, lässt sich die Stromversorgung auch durch eine fest installierte Netzersatzanlage (NEA) aufrecht erhalten. In diesem Fall müssen die Backupbatterien mindestens die Zeitdauer überbrücken, bis die NEA angelaufen ist und die Last übernehmen kann.

Wird hingegen erst eine mobile und nicht am Standort befindliche NEA herbeigeschafft, müssen die Batterien zusätzlich noch die Zeit des Transports, des Aufbaus und Anschlusses überbrücken.

Unterbrechungsfreie Telekommunikation sicherstellen

Zwar können mit den beschriebenen Maßnahmen nicht die Folgen eines flächendeckenden Blackouts verhindert werden – größere Auswirkungen bei regionalen und kurzweiligen Ausfällen lassen sich jedoch effektiv verringern. Allerdings nur, wenn die einmal installierten Anlagen auch regelmäßig und professionell gewartet, entstört, angepasst und modernisiert werden.

Ist das der Fall, spielt die unterbrechungsfreie Stromversorgung in der IT und in der Telekommunikation eine wichtige Rolle. Lassen Sie sich dabei von unseren Experten beraten und unterstützen. Vor allem, wenn es darum geht, Stromversorgungsanlagen so zu erweitern, umzubauen oder auszutauschen, dass vorhandene Netze nicht beeinträchtigt werden.

Björn Prössler, Projektleiter Stromversorgungen Björn Prössler ist seit 2000 im Unternehmen in verschiedenen Positionen tätig. Er startete im technischen Innendienst und kümmerte sich hier unter anderem um Bestandskundenpflege, Angebotskalkulationen sowie Einkauf. Seit 2004 ist er in der Projektleitung tätig und insbesondere für Projekte rund um 48V Systemstromversorgungen. Zuvor sammelte er bereits Erfahrungen bei SEL-Alcatel und EWE.