Die Digitalschmiede: Chancen endlich gestalten, statt endlos diskutieren!

6. April 2018 in Frankfurt/Main: Über 150 IT-Experten, darunter namhafte Gäste aus Industrie und Forschung, feierten die Eröffnung der Digitalschmiede des VINCI Energies Deutschland-Netzwerks. Für mich als Entwickler ist sie bereits jetzt zur zweiten Heimat geworden. Denn sie ist viel mehr als ein Innovationslabor. Hier kommen digitale Macher zusammen und schaffen Prototypen, damit von Smart Industry bis Smart City alle Aspekte der Digitalisierung im Wortsinn greifbar werden.

Digitalisierung zum Anfassen in einer echten Werkstatt für industriellen Wandel: Als uns vor einigen Monaten die ersten Ideen zur Digitalschmiede erreichten, waren wir sofort begeistert. Jeder wollte seinen Teil dazu beitragen, wenn VINCI Energies und seine Marken Actemium, Axians, Fire Protection Solutions, G+H, Omexom und VINCI Facilities hier ihre Kompetenzen bündeln. Für uns bei Axians gab es unter anderem die Option mehrerer Showcases, die Maschinen wie KUKA Roboter oder GreenMe’s und weitere Smart-Tools verbinden sollen.

The show must go on… line!
Ein Hackathon als Proof of Concept.

Klar war, dass die Showcases zeigen sollen, wie eng die einzelnen Firmen von VINCI Energies miteinander arbeiten. Und das Ganze unter der entscheidenden Prämisse: „Was bringt’s konkret dem Kunden?“ Also wurden Ideen gesammelt, Konzepte entwickelt, verworfen und neu gedacht, Pläne ausgearbeitet – und als die Eckpunkte für den Showcase dann standen, kam der initiale Gedanke auf: Man könnte doch in einem internen Hackathon versuchen, den Proof of Concept dafür zu erstellen. Man könnte? Wir können! Und unsere Partner kommen selbstverständlich mit ins Boot: von KUKA bis Microsoft.

Roboterbasierte „Use Cases“ für die Cloud-Nutzung.

Unser PoC-Hackathon starte an einem Donnerstag im Januar 2018 um 8 Uhr morgens und lief bis Freitag 18 Uhr. Die über 30 Teilnehmer kamen von VINCI Facilities, Actemium, Axians, Duality, Navvis, KUKA, Connyun, Microsoft und Empea.

Die Aufgaben lauteten:

  • Auslesen der Sensordaten des KUKA IIWA Roboters
  • Speichern und Darstellen von GreenMe Sensorwerten in Power BI
  • Darstellen von Realtime-Daten in einer Microsoft Hololense
  • Bilderkennung von Ersatzteilen per mobile App
  • Automatisierte Ticket Erstellung, Bearbeitung und Schließung in SAP
Teilnehmer beim PoC-Hackathon für die Digitalschmiede
Teilnehmer beim PoC-Hackathon für die Digitalschmiede

Zusammengefasst für alle Experten: Konkret wurde getestet, welche Arbeitsabläufe des MRK-fähigen LBR iiwa auf der connyun IIoT-Plattform und Microsoft Power BI visualisiert und analysiert werden können. Dazu bildeten alle Teilnehmer selbstständig Gruppen, um zunächst die groben Punkte umzusetzen. Im Anschluss versuchten alle Teams den eigenen PoC mit den Lösungen der anderen Teilnehmer zu vernetzten. So entstand aus mehreren einzelnen Tests schließlich ein großer gemeinsamer PoC. Wobei jeder auch wusste, dass es sich diesmal nicht um einen Wettbewerb handelte, sondern vielmehr ein gemeinsames Ziel erreicht werden sollte.

Intelligence in Time.

Im Ergebnis stand nach durchgearbeiteten Stunden am Freitagabend ein PoC, in dem die Sensorwerte des Roboters per Python und OPC UA ausgelesen werden. Auch die Werte eines GreenMe wurden ausgelesen und in die Azure Cloud weitergeleitet, um sie dort per Streaming Analytics aufzubereiten und zu diversen Zielsystemen (MS SQL Datenbank, Mqtt Server, Power BI) weiter zu streamen. Einzelne Anwendungen können sich damit nun die nötigen Daten aus den Zielsystem laden, um sie darzustellen.

Die Einbindung von SAP in den PoC wurde mittels der Simulation einer Roboterstörung gelöst. Beim Störfall wird ein Ticket in SAP erstellt, eine Mail an den zuständigen Admin geschickt und per Handy-App ein Bild des benötigten Ersatzteils erstellt. Damit wird in SAP eingetragen, welches Teil benötigt wird. Die Lagernummer des Ersatzteils wird in die MS SQL Datenbank geschrieben und das Ticket in SAP automatisch geschlossen. Der Vorgang läuft dabei durchgehend automatisiert – der Anwender muss nur ein Bild des Ersatzteils machen.

In der Hololense wurde darüber hinaus mit Hilfe von Navvis und einer 3D Punktwolke eine räumliche Nachbildung vom Grundriss der Digitalschmiede dargestellt. Navvis erstellte außerdem einen Indoor-View des Rohbaus, der alle Werte in Echtzeit anzeigt.

Keine Ruhe vor dem Sturm.

Nach dem Hackathon war vor der Hektik: Die Eröffnung der Digitalschmiede rückte näher – und der Showcase musste pünktlich umgesetzt werden. Allerdings mit einigen Modifikationen. So sollten sich die Werte nicht auf einem Power BI Dashboard zeigen, sondern über eine eigene Singlepage-Applikation mit Angular 5. Zudem fiel die Entscheidung für ein Auslesen per C# Client, der die Daten an einen internen MQTT Server weiterleitet. Und schließlich kann jetzt der Roboter im Störfall das benötigte Ersatzteil aus einem Fach entnehmen und selbst an der richtigen Stelle platzieren.

So entstehen kreative Ideen für die Digitalschmiede am Whiteboard
So entstehen kreative Ideen für die Digitalschmiede am Whiteboard

Weil sich der Roboter aber leider noch nicht selbständig ausliefern kann, sorgte seine verspätete Zustellung für einen gewissen Nervenkitzel. Erst zwei Tage vor Eröffnung konnte „Kollege KUKA“ in Betrieb genommen werden. Das Problem dabei: Die OPC UA Kommunikation über C# musste noch auf den Prüfstand. Um hier der Zeit etwas Druck zu nehmen, fuhren wir (das Axians Team) dann kurzerhand nach Augsburg zum Hersteller, um dort Kommunikation und Applikation des Roboters zu testen.

Last but not least ein weiterer Prüfstein fürs erfolgreiche Stressmanagement des Teams: Nicht nur Kunden, Geschäftsführer und Presse wurden zur Eröffnung erwartet – auch der jährliche internationale VINCI Energies Hackathon sollte am selben Tag hier stattfinden. Dazu später und an anderer Stelle mehr. Nur so viel: es wurde ein Erfolg!

Die Eröffnung neuer Möglichkeiten: Willkommen in der Digitalschmiede.

Auf die Minute stand alles auf dem Punkt Und am 6. April konnte sie steigen: die Eröffnung unserer Digitalschmiede in der Colmarer Straße 11 in Frankfurt. Über 150 Besucher feierten den Start des digitalen Labors von VINCI Energies und seinen Marken Actemium, Axians, Fire Protection Solutions, G+H, Omexom und VINCI Facilities.

Als echtes Highlight erwiesen sich die Live-Demos der ausgestellten Prototypen unserer VINCI Energies-Experten zu den Themenwelten Smart Industry, Smart City, Smart Energy und Smart Building. Sascha Bäcker von Duality präsentierte dazu einen übergreifenden Prozess für vernetzte Produktionen und erläuterte dabei zu jedem der Prototypen den Nutzwert für die Anwender. Weitere Showcases zeigten die Zusammenarbeit zwischen den Marken von VINCI Energies in Deutschland und innovativen Startups bzw. Partnern.

Folgendes Video fasst Stimmung und Stimmen zur Eröffnung zusammen:

Bullet-Points zu den Prototypen.

Smart Industry

  • IIoT-Plattform aus dem Robotertisch mit dem KUKA Leichtbau-Roboter und dem Axians Smart Industry-Portal zum Zeigen und Steuern aller Datenstrom-Interaktionen
  • Darstellung von Smart-Maintenance Szenarien auf der Microsoft HoloLens

Smart Energies

  • Integrierter Blick auf die Energiewende durch das Modell von Omexom.
  • Einzelne Bestandteile moderner Energieinfrastrukturen und digitale Bauakten als Lösung für Bauleiter vor Ort.

Smart City

  • Darstellung des ganzheitlichen Portfolios im Bereich Smart City vom VINCI Energies-Netzwerk
  • Smart City App zur Steuerung digitaler Städte im Bereich der Gebäude, Bauprojekte und Datenflüsse

Smart Building

  • Digitaler Zwilling der Digitalschmiede im Entstehungsprozess bis hin zum fertigen Produkt live
  • Innenaufnahme und der Vermessung mit dem NavVis-Trolley
  • Punkt-Wolken in der App als navigierende Weboberfläche, durch die Teilnehmer „laufen“ können

Klartext zur Kooperation.

„Networking“ für Maschinen ist ein zentrales Thema der Digitalschmiede. Aber natürlich fanden hier auch Führungskräfte der einzelnen Marken sowie Partner, Kunden und Kollegen bereits bei der Eröffnung viele gute Gelegenheiten für substanzielle Gespräche. Mit durchaus nachhaltiger Wirkung: Über 40 Folgetermine mit interessierten Kunden wurden schon fest vereinbart.

Der Raum für Ihren digitalen Wandel

Erfahren Sie mehr über die Digitalschmiede und besuchen Sie die Webseite. Auf mehr als 300 Quadratmetern erleben Sie in Frankfurt die Möglichkeiten der digitalen Transformation – mit praxisnahen Showcases für die Smart Industry, Smart City, Smart Energy und Smart Building.

Zur Webseite

 

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