Allez Allez – Wenn digitale Tools helfen, einen Jugendtraum zu erfüllen

Seit knapp einer Woche läuft die Tour de France. Für die Profis ist heute Ruhetag und für mich beginnt die heiße Phase. Warum? Weil ich mir einen Kindheitstraum erfüllen will: einmal eine echte Tour-de-France-Etappe mitfahren! Am 21. Juli ist es endlich soweit und es geht für mich im Rahmen des Jedermann-Rennens „L’Etape du Tour de France“ von Albertville nach Val Thorens. Die Profis nehmen diesen Abschnitt circa eine Woche später unter die Reifen. Doch was hat das mit Axians zu tun? Ein ganze Menge, wie ich während der monatelangen Vorbereitung immer wieder festgestellt habe.

Vom Radsport träumte ich schon als Kind. Diese Begeisterung hat sich – geweckt besonders von meinem damaligen Idol Didi Thurau – bis heute gehalten. Während andere Jugendliche heiß darauf waren, endlich mit einem Mofa abzudüsen, packte ich den Führerschein schnell in die Ecke – legte mir aber dafür mein erstes Rennrad zu. Denn die Verbindung aus Technik, Ingenieurskunst und sportlicher Leistung fasziniert mich bis heute. Doch wie beeindruckend die Möglichkeiten mittlerweile sind, hat auch mich überrascht. Dazu komme ich aber gleich.

Das Vorhaben, einmal eine Tour-Etappe zu fahren, habe ich seit diesen Tagen irgendwo im Hinterkopf. Doch je mehr Zeit ins Land zog, desto weiter rückte es in die Ferne. Wer sich noch erinnert, wann Didi Thurau zum ersten Mal bei der Tour dabei war, kann sich ausrechnen, dass ich heute in einem Alter bin, indem es nicht mehr so leicht ist, sich für Höchstleistungen in Form zu bringen.

Mit Unterstützung von Axians ins Team Mécénat Chirurgie Cardiaque

Dass ich doch in weniger als einer Woche in Frankreich am Start stehen kann, verdanke ich nicht zuletzt unserem Marketingleiter Nils Lühe, der mich als Markenbotschafter für Axians in Deutschland ins Team der „Mécénat Chirurgie Cardiaque“ (MCC) gebracht hat. „Das ist ein schönes Beispiel dafür, wie unsere Mitarbeiter durch berufliches und privates Engagement unser Markenversprechen „The best of ICT with a human touch“ leben. Darüber hinaus ist die digitale Trainingsunterstützung durch Apps und Plattformdienste ein schönes Beispiel der digitalen Transformation – und Ralf setzt eine Menge davon ein.“, so Nils Lühe über die Unterstützung. Die französische Wohltätigkeitsorganisation ermöglicht herzkranken Kindern aus aller Welt Herzoperationen in Frankreich, wenn dies in ihrer Heimat technisch oder finanziell nicht machbar ist. Aufmerksam wurde ich darauf, weil unser Mutterkonzern VINCI Energies die Initiative als Sport- und Sponsoring-Partner im Rahmen von „Initiatives Coeur“ seit Jahren unterstützt. Für diese gute Sache war ich sofort Feuer und Flamme und die Anmeldung schnell passiert.

Ich ziehe das jetzt durch

Die Euphorie bekam einen kleinen Dämpfer als ich – wohlgemerkt hinterher – die Anforderungen genauer unter die Lupe nahm. Insgesamt sind circa 4.500 Höhenmeter auf einer Strecke von 135 Kilometern zu überwinden. Besonders abschreckend wirkten dabei das Zeitlimit und das Steigungsprofil der letzten 36 Kilometer. Au Backe! Bergauf konnte ich noch nie wirklich gut. Sollte ich nicht doch lieber das Spektakel – wie die letzten 40 Jahre – ausschließlich vor dem Fernseher verfolgen? Nein, ich ziehe das jetzt durch, sagte ich mir. Deshalb habe ich mir die Hilfe von Profis geholt und sollte in den nächsten Monaten feststellen, wie die Digitalisierung im Radsport hilft, Ziele zu erreichen. Dass sich diese Art eine Herausforderung anzupacken, gut auf unsere Kundenprojekte übertragen lässt, wird mir seitdem zunehmend klar.

Ich brauche einen externen Challenger – auch wenn’s weh tut

Gleich nach der Anmeldung für „L’Etape du Tour de France“ habe ich mit dem Training begonnen – auf eigene Faust. Schnell stand aber auch eine erste Leistungsdiagnostik in der Uniklinik Ulm an. Das war ein grausiger Wintertag in vielerlei Hinsicht, denn der Termin war alles andere als lustig für mich. Zuerst wurde ich haarklein durchleuchtet und anschließend fast wörtlich gefragt: „Wollen Sie sich das nicht noch mal überlegen?“ Antwort: „Nein, ich mache das.“ Vorgreifend kann ich heute sagen, dass es sich gelohnt hat, vom Profi eine klare Kante zu bekommen. Zumal er mir anschließend gezeigt hat, wie ich mein Ziel auf den Punkt erreichen kann und mich bis zum Rennen erstklassig betreute. Ich finde das ist eine tolle Analogie dazu, wie Unternehmen Digitalisierungsprojekte angehen sollten – mit einem erfahrenen externen Challenger, der den Finger in die Wunde legt und gleichzeitig Lösungswege aufzeigt.

Wie mein Training smart und digital wurde

Ich gebe es zu: Ich bin Fetischist. Wenn es um mein Rennrad geht, lege ich eine Akribie an den Tag, für die ich laufend skeptische Blicke ernte. Von jeher wird mein Rad nach jeder Ausfahrt gewienert, bevor es für mich unter die Dusche geht. Ich kommuniziere mit meinem Rad – ehrlich wahr. Denn ich verneige vor der Profession so ein technisches Wunderwerk zu bauen und immer weiter zu verbessern. An mein Rennrad selbst lasse ich aber nur Muskelkraft, Neuerungen wie elektronischen Schaltungen und Elektroantrieben stehe ich skeptisch gegenüber, so etwas kommt mir nicht ins Haus.

Wovon ich absolut fasziniert bin, vielleicht nicht zuletzt durch meinen Job bei Axians, sind digitale Trainingstools. Smart Cycling heißt das Zauberwort, hinter dem sich Methoden, Technologien und Systeme verbergen, die mir auf meinem Weg von der Couch-Potato zum ambitionierten Radsportler einen echten Mehrwert bieten. So entstand in vielen Stunden Recherche eine lange Wunschliste diverser smarter Geräte, um mein Training punktgenau zu steuern. Und, Weihnachten sei Dank, wurde mein Trainingsplatz nach und nach zum digitalen Radlabor. Heute sprechen mein smarter Rollentrainer, mein Radcomputer, mein Herzfrequenzmesser, mein Trittfrequenz-Sensor und einige Apps miteinander. Direkt nach Trainingsende werden die Daten aggregiert und zur Auswertung bereitgestellt. Dadurch habe ich den vollen Überblick über meinen Trainingszustand und kann meinen Trainingsplan minutiös einhalten. Per Doppelklick stelle ich die Daten auch meinem Arzt zur Verfügung, der sofort sehen kann, ob Trainingseinheiten angepasst werden müssen oder ob es irgendwo kneift. Darüber hinaus ist es einfach unglaublich motivierend, wenn man Fortschritte schwarz auf weiß sehen kann.

Eliminierung der Langeweile in virtuellen Online-Trainingsumgebungen

Vollendung findet Smart Cycling im virtuellen Online-Training. Was ist das, ein Computerspiel? Die Antwort lautet ganz klar: Jein – nur bedingt. Radfahren bleibt eine Außensportart und es geht auch nichts über das Training an der frischen Luft. Aber wer in seinem Trainingsplan mehrere Hundert Trainingskilometer pro Woche stehen hat, kommt um Indoor-Training nicht herum. Zumal die Siegfahrer des Sommers im Winter gemacht werden. Siegfahrer werde ich zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr, aber mein Ziel ist hoch und auch mein Training startete ich während der kalten Jahreszeit. Also habe ich mein Hinterrad in den alten Rollentrainer gespannt und legte los. Das war ätzend. Die Minuten zogen sich wie Kaugummi und es wahr sehr, sehr langweilig. Mir wurde schnell klar: Das muss smarter werden!

Nach einer kurzen häuslichen „Investitionsentscheidung“, an dieser Stelle: danke an meine Frau, klingelte der Paketbote mit meinem neuen Smarttrainer. Das ist eine völlig andere Liga als alles, was ich bisher kannte. Das Teil verbindet sich mühelos mit meinen Sensoren und lässt sich drahtlos steuern. Mensch, Maschine und Daten verbinden sich so zu einer Einheit. Für mich hört sich das verdammt nach Internet of Things an.

Doch besonders lieb gewonnen habe ich das System, weil es ein echter Langeweile-Killer ist. Es lässt sich nämlich mit Online-Trainingsumgebungen wie Zwift verbinden und man kann Radstrecken virtuell abfahren. Man stellt sich also einen Rechner mit Internetverbindung vor die Nase und schon geht’s los. In einer überraschend echten Umgebung tut der Avatar genau das, was ich auf dem Smarttrainer mache. Geschwindigkeit, Leistung, Trittfrequenz, Herzfrequenz, Steigung/Gefälle et cetera, alles wird übertragen und umgesetzt – nur lenken muss ich nicht. So ein System nutzen mittlerweile Hunderte von Profi-Radsportlern. Gegen die kann man dann auch virtuell antreten. Der Hersteller gibt an, dass die Identitäten verifiziert sind und so habe ich bei meinem virtuellen Einheiten bereits einige Fahrten im Windschatten echter Radsport-Größen verbracht. Das ist für mich der Kick an der Sache. Und für den ambitionierten Radsport-Freak ist das heute einigermaßen erschwinglich. Digitalisierung, ich liebe Dich!

Auch das Outfit bei den Trainingseinheiten passt. Am 21.07.2019 ist Daumendrücken angesagt. (Quelle Axians)
Auch das Outfit bei den Trainingseinheiten passt. Am 21.07.2019 ist Daumendrücken angesagt. (Quelle Axians)

Proof of Concept für meine Form

Ich könnte noch viel dazu erzählen, wie man Training, Job und Familie unter einen Hut bekommt. Ich beschränke mich aber darauf, mich zu bedanken, denn ich habe von allen Seiten bis heute großartige Unterstützung erfahren. Anfang Juni konnte ich ein kleines Jubiläum feiern: mehr als 200 Trainingseinheiten hatte ich in der Vorbereitung bis dahin absolviert. Und die Antwort, ob ich es geschafft habe, mich auf den Punkt fit zu machen, gab es kürzlich bei meiner letzten Leistungsdiagnostik vor dem Rennen. Laut den Ärzten bin ich „angekommen“ – das lässt sich an den Daten, die aus meinen smarten Geräten kommen, ablesen. Ich bin happy, denn mein erstes Ziel ist erreicht: Ich habe den Beweis dafür, dass ich so gut vorbereitet bin, wie es nur sein konnte. Meinem zweiten Ziel, dem Überqueren der Ziellinie am 21. Juli, blicke ich mit Vorfreude entgegen. Meine Unterstützer, die digitalen Tools und eine ganze Menge neue Prozesse im Alltag haben mir immens geholfen. Erfüllen kann ich mir den Jugendtraum jetzt nur noch selbst. Mein Rennrad zumindest hat mir versichert, dass es keinen Platten einplant.

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