Frisch aus „Frisco“: Die Nachlese zur IBM Think 2019

Die Straßen von San Francisco boten vom 12. bis 15. Februar vor allem rund ums Moscone Center spannende Szenen. Hier, im größten Kongresskomplex der Stadt, lief die IBM Think 2019. Zu den zentralen Themen dieses Jahres zählten: ICP4Data, Watson Studio local, die Öffnung zu Open Source, AI Strategien für die Praxis und auch wieder „Hybride Cloud Technologie“. Was folgern wir daraus im Einzelnen für Sie, für uns und die digitale Agenda generell? Dazu unser Resümee mit Infos, Eindrücken und ersten Analysen.

Die Atmosphäre beim Einchecken am Sonntagabend zeigte sich noch ausgesprochen analog: An allen Ecken und Enden wurde gehämmert, gebohrt, geschraubt. Montagfrüh, pünktlich zur Pre-Conference, dann der Eintritt in ein buchstäblich vibrierendes Umfeld. Hunderte von Hilfskräften regelten den Verkehr von Bussen, Autos und Menschen, organisierten die Registrierung und assistierten bei der Suche nach dem Weg oder zu den Kaffeequellen. Im Umkreis mehrerer Meilen schien es, als hätte IBM die komplette Bay-Area infiziert: „Let’s put smart to work“ wurde rund eine Woche ein prägendes Motto der Metropole.

IBM CEO Ginni Rometty auf der Bühne
IBM CEO Ginni Rometty auf der Bühne

Der Dauerbrenner: Ohne IA keine AI.

Den ersten Tag bestimmte vor allem der Auftritt von CEO Ginni Rometty. Im Rahmen ihrer General Session machte sie schnell klar, was weiterhin im Fokus steht: natürlich die Digitalisierung und hier insbesondere AI. Dazu wieder das Mega-Thema „Hybrid Data Management“. So wurde in San Francisco der Hit des letzten Jahres auch zum Evergreen: There‘s no AI (Artificial Intelligence) without IA (Information Agenda)! Schon vor der Eröffnung bot bereits der Community Day spannende Vorträge zur Strategie der diversen Produktbereiche – mit viel Raum für Diskussionen mit Produktverantwortlichen. Highlight aus Sicht von Martin Clement z.B. war hier die Ankündigung der Mini Sailfish, also des Nachfolgers für die Mini Mako (Netezza) auf Basis von Db2 und Intel. Perfekt dimensioniert: 3 Serverknoten auf Basis Intel in einem 2U Chassis mit Raum für 8 TB Daten. Zudem gab‘s neue Einblicke in ICP4Data (IBM Cloud Private for Data) sowie zur Roadmap von Information Server, zu Cognos Analytics in Version 11.1 mit kognitiven Skills und zu Planning Analytics. Neu etwa bei ICP4Data ist die weiter gedachte Virtualisierung. Statt einem zentralen Knoten, der aus allen Quellen notwendige Daten zur Laufzeit zusammenbringt, setzt IBM hier auf ein Netzwerk von Knoten, die untereinander kommunizieren und so in kurzer Zeit mit weniger Datentransport das Ergebnis liefern.

Maßstab für Maßarbeit.

Auffallend war nicht zuletzt, dass IBM inzwischen eine wachsende Reihe von Ansätzen bietet, die viele spezielle Anforderungen unserer Kunden unterstützen. Passend auch für Anwender, die nicht immer nur das große Rad drehen können oder wollen. Stichworte wären hier u.a. eine eher kleine Data Warehouse-Appliance oder bis fast auf Null hin skalierende Cloud-Dienste. Dazu gehört auch die weitere Entwicklung der Plattform für Data Science: ICP4Data. In diesem Rahmen erfolgten mehrere vertiefende Gespräche mit den IBM Industrie Kollegen zur Umsetzung des geplanten „AI meets Manufacturing“ Meet-up von Axians. Vorteilhaft war bei dieser Gelegenheit auch der intensive Austausch von Matthias Bauer mit IBM Distinguished Engineer Thomas Schaeck zum Thema Watson Studio. Im Ergebnis stehen hier konkrete Optionen zur Aus- und Weiterbildung und gemeinsame Aktivitäten im IBM Lab Böblingen sowie Deep Dives und Hands Ons in Watson Studio. Die Entwicklung bei Watson Studio (früher Data Science Experience) bestätigt übrigens unsere interne Axians Strategie: IBM öffnet sich zunehmend anderen Clouds oder Open Source Technologien. Das gibt uns als Business Partner wiederum die Chance, hier unsere Wissensbilanz für Kundenlösungen einzubringen. Denn: für AI bleibt Watson Studio der zentrale Dreh- und Angelpunkt!

Mit der Blockchain zu mehr Nachhaltigkeit in der Lebensmittelindustrie
Mit der Blockchain zu mehr Nachhaltigkeit in der Lebensmittelindustrie

Die Welt… zwischen Ressource und Open Source.

Der Mittwoch stand dann ganz im Zeichen von Arvind Krishna, Senior Vice President „Cloud and Cognitive Software“. Sein Leitspruch: „Making the world a better place“. Entsprechend wurden Projekte vorgestellt, bei denen IBM hilft, Verbesserungen für Menschen und Umwelt zu erreichen. Darunter unter anderem:

  • Die Nutzung der Blockchain für Verkaufsprozesse der Kaffeebauern in Kenia
  • Das Erkennen verseuchter Lebensmittel per Oberflächenscan (AI Bilderkennung)
  • Ein Forschungsprojekt zur Substitution von Plastik und die Optimierung des Recyclings

Anschließend kamen die zentralen Technologien für Data Science und AI zur Sprache – untermauert mit Use Cases aus der Praxis. Das Fazit: Data Science und AI sind eindeutig aus der „Bastelecke“ heraus und zu zentralen Themen für Unternehmen geworden. AI Werkzeuge müssen idealerweise dann auch als zentrale Plattform verfügbar werden, so die Konsequenz laut Kollegen Marc Bastien. In diesem Fall vorzugsweise als „Watson Studio“ – ob local, via Cloud oder hybrid und neben den Tools von IBM auch mit jeder Menge Open Source Lösungen integriert.

Mit Cognitive Software sollen radikale neue Ansätze beim recycling von Plastik verfolgt werden
Mit Cognitive Software sollen radikale neue Ansätze beim recycling von Plastik verfolgt werden

Ähnlich übergreifend wird das Thema „Cloud Private“ gesehen: Also die Verfügbarkeit aller Werkzeuge On Premise in der Private Cloud und der Public Cloud. Der Trend geht hier stark in Richtung Containerisierung sowie zu Micro Services auf Basis von Docker und Kubernetes. Dabei wurde klar: Dieser Punkt ist für IBM absolut strategisch und betrifft neben IBM Tools mittlerweile zahlreiche Open Source Anwendungen, die von IBM verfügbar gemacht werden. Dazu hier auch ein Beitrag von Martin Clement:

IBM Think2019 Tagebuch von Martin Clement

Collaboration Solutions: IBM und HCL in Harmonie?

Nach Übernahme der IBM Sparte „Collaboration Solutions“ durch HCL präsentierten sich beide Unternehmen auf der Think 2019 ausgesprochen kooperativ bei den Themen, die sich aufgrund bestehender Partnerschaften ergeben. Das wirkt alles in allem schon sehr harmonisch. HCL hat aber natürlich klare Visionen. Produkte wie Domino, Connections und Portal, die bisher zum Teil in unterschiedlichen Organisationen entwickelt wurden, kommen nun baldmöglichst bei HCL zusammen. Für Kunden also die große Chance zur deutlich engeren Zusammenführung in Richtung einer Plattform. Gemeinsam hat man auch bei den kürzlich beendeten Domino-Jams auf die Kunden gehört: Oberflächen sind für V11 mit das wichtigste! Auf Browserbasis wird außerdem ein neuer, optionaler und leichtgewichtiger Client kommen, der E-Mail und Apps vereinigt. Erfreulich daher, dass das Prinzip der Jams ebenfalls für Connections übernommen wird (ab April in Frankfurt). Und wenngleich HCL zur Zukunft von Connections noch nichts sagen durfte, so gab sich IBM Offering Managerin Danielle Baptiste doch sehr positiv. IBM arbeitet konstant weiter: CR5 ist bereits in der Entwicklung.

Kollege Michael Münzer waren darüber hinaus auch Security-Themen wie Digital Trust, SIEM (QRadar) und IOT-Absicherung wichtig. Sein Fazit: „Auf der Think 2019 konnte man einige Details zur neuen IBM Technologie ‚Data Virtualization‘ erfahren und wie diese Kunden helfen soll, in Echtzeit Daten schnell und effizient am Edge zu Verfügung zu stellen bzw. auch zu verarbeiten. Denn wie die CEO von IBM in ihrer Key Note sagte: Wir stehen am Beginn des 2. Kapitels der Digitalisierung – und da geht es um Enterprise Customer.“

Think for Thought: Kontakte und Gespräche machen’s!

Wenn rund 26.500 IT-Experten aus 180 Ländern und 22 Branchen zusammenkommen, ist das schon eine „Hausnummer“ für geballte Expertise und neue Impulse im digitalen Universum. So gaben auf der Think 2019 auch über 50 CEOs und Wissenschaftler in Key Notes und Vorträgen Einblicke zu kommenden Entwicklungen und Chancen. Dazu kamen noch mehr als 2.000 Sessions um seine Kenntnisse zu aktualisieren bzw. zu vertiefen.Wie immer waren es aber vor allem die vielen hochkarätigen Kontakte mit IBMern und Kunden, die dieses Event für uns auch im Nachgang so wertvoll machen.

Persönliches Highlight von Marc Bastien auf der Think 2019 war jedoch ganz sicher die Gelegenheit, hier „on-Stage“ das Axians Projekt bei Lufthansa Technik vorzustellen. Direkt danach wurden dann auch gleich mehrere Kontakte zu IBM-Kollegen und weiteren Partnern geknüpft – was einmal mehr beweist, wie wichtig es ist, bei Branchentreffen dieses Kalibers persönlich vor Ort zu sein.

Wir halten Sie gern persönlich „up-to-date“.

Für Analytics konnten wir dieses Jahr zwar nicht unbedingt DIE eine neue Entwicklung erkennen – was wir aber gesehen haben, ist die konsequente Umsetzung einer Strategie. Konkret also einer Plattformstrategie, die für alle analytischen Anwendungsfälle die notwendige Funktionalität bereitstellt: IBM Cloud Private for Data plus Watson Studio mit umfangreicher ETL-Funktionalität und integrierten Metadaten.

Und welches Thema interessiert Sie nun speziell? Wir geben Ihnen jederzeit profunde Einblicke und ehrliche Auskunft. Vereinbaren Sie einfach einen persönlichen Termin. Gern auch bei Ihnen vor Ort. San Francisco kann für Sie also ganz schön nahe liegen.

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