Finanzplanung mit Expertise statt Excel

Nie zuvor hatten Planer so viele Daten zur Verfügung. Dass mehr Information
zu mehr Transparenz oder besseren Prognosen führt, ist aber kein Naturgesetz. Heute treten täglich neue Einflussgrößen auf den Plan. Und die Wirkung zentraler Faktoren ändert sich rasant: vom politischen Umfeld über volatile Rohstoffpreise, dem Konsumklima und Trends bis zu den Direktiven des Managements. Hier mit Excel und Co. auf Sicht zu fahren, hat keine Zukunft. Erst die intelligent integrierte Finanzplanung schafft auch ein fokussiertes Forecasting.

Digitalisierung in der Firma zeigt sich an zwei Phänomenen: der enormen Flut an Informationen einerseits und einer wachsenden Vernetzung andererseits. Und das gilt innerhalb eines Unternehmens und über den Unternehmenshorizont hinaus. Für die Finanzplanung heißt das heute: Es ist deutlich schwerer geworden, in diesem volatilen Milieu alle wichtigen Parameter zur Prognose von Planpositionen überhaupt erst einmal zu identifizieren oder gar zu verifizieren. Wie kann nun entsprechende Expertise helfen, alle relevanten Sektoren bzw. Faktoren so zu kombinieren, dass effektive Transparenz entsteht? In erster Instanz nur durch „Integration“. Was hier bedeutet: Alle Mitarbeiter an allen für die Planung sensiblen Positionen erhalten über smarte Planungsoberflächen den Zugriff auf eine gemeinsame Datengrundlage. 

Integriert statt kompliziert.

Eine wirklich aussagekräftige Finanzplanung als transparente Analyse des Status quo und als fundierte Entscheidungsbasis für weitere Maßnahmen erfordert heute bei den meisten Unternehmen zunächst ein Umdenken. Konkret gesagt: den Abschied von tradierten Vorgehensweisen. Notwendig werden neue und systematische Verbindungen der Planung mit firmeninternen Performance-Management-Prozessen wie z.B. dem Berichtswesen oder der Finanzkonsolidierung. Als weitere Aspekte kommen dann sogenannte „treiberbasierte“ Faktoren ins Spiel. Hier berücksichtigt eine zeitgemäße Planung alle wertrelevanten zentralen Einflussgrößen (also die „Kostentreiber“) des Geschäfts und setzt sie mit den Ergebnisgrößen (Erlöse, Wertbeiträge etc.) in Relation. Mit intelligenter Software lassen sich nun die Konsequenzen daraus – je nach Ist-Status und Soll-Vorgaben – automatisch ableiten. Und die Resultate zeigen sich unmittelbar und unmissverständlich! Ob in der Bilanz, der GuV oder der Liquiditätsanalyse.   

Integrierte Systematik satt loser Kennzahlensammlung: Ergebnisgrößen werden als Ursache-Wirkungs-Korrelation verknüpft.
Integrierte Systematik satt loser Kennzahlensammlung: Ergebnisgrößen werden als Ursache-Wirkungs-Korrelation verknüpft.

Das Fundament einer solchen Finanzplanung gründet allerdings immer auf einem integrierten Konzept. Also einer Vorgehensweise, die erst die Verbindung aller einzelnen Positionen untereinander und anschließend hinein in die Ergebnisplanung gewährleistet.  

Integriert heißt nicht: an jeder Position das gleiche Problem.

Und um das „Problem“ einfach mal beim Namen zu nennen: Excel bildet eines der großen Hindernisse auf dem Weg zu einer effektiven Finanzplanung. Natürlich sorgen auch fehlende Ressourcen oder mangelnder Mut seitens der Entscheider immer wieder für Herausforderungen – aber in der Praxis vor Ort erlebe ich vor allem die quasi ubiquitäre Präsenz von Excel als eine wesentliche Ursache für ineffektive Planungen. Und das hat gleich mehrere Gründe. Zunächst muss jeder Excel-Finanzplan meist mit viel Aufwand individuell angepasst werden. Von seiner Struktur her lädt dieses „Planungstool“ außerdem gerade bei terminkritischen und umfangreichen Planungen sehr oft buchstäblich zum Fehlermachen ein – etwa dem Löschen von Formeln oder dem Vergessen von Zwischensummen. Das wichtigste aber: Es fehlt die Transparenz! Allein schon die Fragen „Wo und wann wurden welche Zahlen bearbeitet?“, „Wie kommt diese Zahl überhaupt zustande?“ oder „Welche Auswirkungen hat diese Änderung auf mein Ergebnis (gehabt)?“ lassen sich hier später so gut wie nicht mehr beantworten. Von der Durchführung diverser Simulationen oder einer realistischen Darstellung von Zukunftsszenarien ganz zu schweigen. Wenn also eine integrierte Finanzplanung mit all ihren Vorteilen zum Tragen kommen soll, dann nur unter Verwendung eines modernen multidimensionalen In-Memory-Datenbanksystems wie zum Beispiel Planning Analytics (TM1).    

Top-down. Bottom-up. Center-fed!

In der Regel reagiert eine vorausschauende Finanzplanung auf die Vorgaben der Geschäftsleitung. Das können Änderungen in der Produktpolitik sein, Umschichtungen von Etats oder neue Prioritäten bei den Personalkosten. Die integrierte Finanzplanung bietet nun unternehmensweit die Tools und Techniken, mit denen sich auf quasi jeder Ebene im laufenden Betrieb die Konsequenzen von selbst den kompliziertesten, dynamischen Geschäftsmodellen unmittelbar entschlüsseln lassen. Dabei hilft unter anderem das Generieren von Daten aus der Historie und von denkbaren Entwicklungen in der Zukunft. Dazu können statistische Verfahren und Mustererkennungen, das Identifizieren von Einflussgrößen, Abhängigkeiten und Ursache-Wirkungs-Beziehungen sowie die Einbeziehung externer Faktoren (z.B. Wetter, saisonale Spezifika, Marketingeffekte, Entwicklungen auf dem Finanzmarkt etc.) mit einbezogen werden. Entscheidend ist dann angesichts der so geschaffenen Transparenz natürlich auch die Sicherheit bzw. die Integrität der Daten. Zugriffskontrollen über ein Rollen- & Rechtekonzept gehören somit zwingend dazu. 

Prozessplanung in der Finanzplanung für FinanzstrategieFazit für Finanzprofis. Und Vorschau aufs Vorschauen.

Predictive Planning hat schon heute den Schritt vom Buzzword zur Praxislösung genommen. Für die Finanzplanung sollte damit dann auch die nächste logische Stufe definiert sein. Zum Einsatz kommen prädiktive Analysen und Prognosen vor allen
in Unternehmen, die bei ihren Strategien weg von einer kurzfristigen Betrachtung und hin zu einer mittel- bis langfristigen Planungssicherheit kommen wollen. In Verbindung mit bewährten BI-Architekturen und Blueprints eröffnen mathematisch-statistische Methoden dabei durchaus neue interessante Optionen. Die spannendsten Stichworte heißen hier unter anderem Trendfortschreibungen, lineare Regression oder fortgeschrittene Data-Mining-Algorithmen. Letztlich ist aber auch klar, dass die Verantwortung für den Einsatz entsprechender Lösungen in Zeiten von Big Data und einem zunehmend volatileren Geschäftsumfeld bis auf Weiteres vor allem im Controlling liegt. Das durchaus erfreute „Aha-Erlebnis“ nach Einführung einer integrierten Finanzplanung konnte ich dann allerdings bald in fast allen Abteilungen der jeweiligen Unternehmen verspüren.  

Ob nun prädiktiv oder auf andere Weise effektiv: jede langfristig erfolgreiche IT-Lösung zur Finanzplanung basiert immer auf einem individuellen Konzept. Die folgenden sechs Punkte sind nach meiner Erfahrung aber in jedem Fall essentiell:
 

  1. Integrierte Planung ist das A & O um die Ergebnisqualität nachhaltig zu steigern und den Ressourceneinsatz zu reduzieren 
  2. Anstelle von Excel sollten professionelle multidimensionale Tools eingesetzt werden 
  3. Fokussierung auf die zentralen Treiber des Geschäfts vereint Aussagekraft mit Effizienz 
  4. Simulationen von Maßnahmen und Effekten sind probate Mittel, um gefahrlos Chancen und Risiken im Vorfeld zu identifizieren bzw. in Szenarien objektiv gegenüberzustellen 
  5. Langfristige und strategische Zielgrößen sollten im Gegenstromverfahren (Top-down / Bottom-up) den Handlungsrahmen vorgeben 
  6. Mathematisch-statistische Methoden erleichtern, automatisieren und verfeinern das Forecasting 

…wie gesagt: Dies sind die Basics einer modernen integrierten Finanzplanung. Wenn Sie nun Fragen zur passenden Adaption für Ihren Anspruch haben oder einfach noch genauer wissen möchten, was bei diesem Thema heute alles machbar ist, freue ich mich schon sehr auf den Kontakt und Ihr Interesse.

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