Besserer ÖPNV dank Digitalisierung? Ein Gewinn für alle Beteiligten!

Schon wieder zu spät, denke ich und stelle die hastigen Schritte ein. Ich werde meinen Bus verpassen, weil ich wieder einmal nicht zeitig aus dem Haus gegangen bin. Und dann stehe ich an der Haltestelle und sehe mit Erstaunen die Rücklichter des Busses, der, genau wie ich, verspätet war. Der Bus vier Minuten, und ich viereinhalb Minuten. Mist, wäre ich bloß schneller gegangen!

Ich stelle mir immer wieder die Frage, warum mir bereits heute eine Smartphone-App sagen kann, wann meine Autofahrt von Hamburg nach München enden wird und nicht, wann mein Bus unpünktlich ist, damit ich mich darauf einstellen kann? Verspätungen kommen vor, aber planbare Verspätungen sind fast schon wieder … planbar? 

Einige deutsche Städte machen es schon vor: Eingebettet in Google Maps werden die voraussichtlichen Ankunftszeiten dargestellt, leider nicht überall. Als Einwohner einer Metropole kann ich schon froh sein, dass meine Buslinie überhaupt per App, sowohl in der eigenen des Verkehrsverbundes, als auch in der alles übergreifenden Google Maps App sichtbar ist.  

Digitalisierung im öffentlichen Personennahverkehr
Digitalisierung im öffentlichen Personennahverkehr

Experten machen Datenfluten transparent

Den Betreibern von U-, S- und Trambahnen sowie Bussen stehen unzählige Informationen zur Verfügung. Sie wissen zum Beispiel, welche Fahrzeuge gerade wo unterwegs sind, welche Strecke sie schon zurückgelegt haben und ob sie pünktlich sind. Aber darüber hinaus kennen sie auch den Standort ihrer Passagiere – jedenfalls, wenn diese die App der Verkehrsgesellschaft auf dem Smartphone nutzen. Warten sie gerade an einer Haltestelle und checken den Fahrplan in der App, oder laufen sie auf den U-Bahnhof zu und kaufen mobil ein Ticket? Diese Momente könnten die ÖPNV-Betreiber ausnutzen, zum Vorteil der Fahrgäste. 

3D Visualisierung ÖPNV | Digitaler Leitstand

Wie das aussehen könnte, haben wir bei einem Modellprojekt erarbeitet. Für einen großen ÖPNV-Anbieter analysierten unsere Experten die heterogene Datenflut, die kontinuierlich gesammelt wird, und transformierten diese in unternehmensdienliche Informationen. Darunter waren nicht nur interne Daten zu Verkehrsmitteln und den Routen, sondern auch Staus, Informationen über die Qualität von Straßen, Wetterinformationen, öffentliche Veranstaltungen und verschiedene andere externe Datenquellen. Mit Hilfe eines Augmented-Reality-Modells und Microsofts HoloLens-Brille wurden die verfügbaren Daten anschließend visualisiert. Damit ist veranschaulicht, wo welche U-Bahnen oder Busse gerade unterwegs sind, ob sie pünktlich ankommen und ob sie ausgelastet oder vollbesetzt sind. Das Modell zeigt zusätzlich aber auch die wartenden Passagiere an den Haltestellen an.

Visionen für weitere Szenarien

Taktabläufe optimieren: Informationen zu Zügen und Bussen zur Verbesserung des Informationsbedarfs der Passagiere ist nur der erste Schritt. In weiteren Pilotprojekten berechnen Experten erwartete Verspätungen und Gründe für diese. Mittels der Passagierdaten können Umsteigezeiten berechnet und so Taktabläufe optimiert werden. 

Qualitätsüberwachung: Des Weiteren können die Verkehrsunternehmen wiederum ihren Auftraggebern, den Ländern und Gemeinden, Rechenschaft über die gelieferte Qualität ablegen. 

Das springt dabei heraus:

  • Für die Gemeinschaft: Bessere Takte, pünktlich und verlässlich. 
  • Für den Betreiber: Jederzeit Kenntnis über sein Netz. 
  • Für den Einzelnen: Final bekomme ich bei meinem morgendlichen Spaziergang die Info, ob ich besser flotten Schrittes unterwegs sein sollte, oder ich den Weg heute mal schlendere! 

Diesen Beitrag kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.