Smart Industry – Der Bachelor. Oder wie aus Interesse eine Digitalisierung wurde.

Smart Industry Framework @ Work! Was passiert ganz konkret im Praxiseinsatz, wenn relevante Informationen aus Maschinen und Fertigungs-, Prozess- sowie Business-Daten in einem zentralen System zusammen zur Wirkung kommen? Welche Effekte erlebt das Unternehmen als Ganzes? Und wie schnell geht sowas überhaupt? Antworten gibt dieses aktuelle Beispiel: Die Umsetzung einer Lösung zur Fertigungsdigitalisierung bei einem Weltmarktführer im Maschinenbau.

Kürzlich an dieser Stelle habe ich versprochen, in meinen kommenden Blogbeiträgen auch konkrete Beispiele für das Smart Industry Framework in der Praxis zu liefern. Und als beispielhaft im wahrsten Sinne des Wortes kann man das Projekt, das ich Ihnen heute vorstellen möchte, durchaus bezeichnen. Der Kunde ist ein führender Hersteller von Maschinen zum Verpacken von pharmazeutischen Produkten mit Hauptsitz in Deutschland sowie weltweit weiteren Standorten von den USA bis nach Asien. Bekanntester Berührungspunkt für alle, die schon mal über eine schnelle Kopfschmerz-Tablette froh waren, dürfte da der sogenannte Blister-Streifen in der Schachtel sein. Fast ebenso unkompliziert war dann übrigens auch der Start in dieses Projekt: Es begann mit einer E-Mail aus dem Unternehmen an mich – gesendet von einem Werkstudenten im Rahmen seiner Bachelorarbeit.

Frisches Denken einer neuen Generation

„Wir wollen unsere Fertigungsvisualisierung modernisieren. Momentan werden vorhandene Daten auf Papier gedruckt. Diese Daten aus SAP und dem MES-System sollen künftig in Echtzeit in der Fertigung visualisiert werden. Dazu soll eine Alarmierung beim Über- oder Unterschreiten bestimmter Werte erfolgen“… soweit die Nachricht des angehenden Bachelor of Science im Maschinenbau, der uns übrigens ganz unvermittelt über die Axians-Website kontaktierte. „Prima!“ war meine erste Reaktion. Zum einen, weil mir das zielstrebige Engagement des Studenten imponierte – zum anderen, weil die geschilderten Anforderungen geradezu perfekt ins Lösungsprofil des Smart Industry Frameworks passten. Und dann ging alles recht schnell:

  • 30.05.2018: Eingang der E-Mail
  • 07.06.2018: Termin vor Ort beim Kunden
  • Anfang Juli 2018: Start für die Umsetzung
  • September 2018: Lösung arbeitet produktiv

Von der „Zettelwirtschaft“ zum KPI-Portal

Initiiert und begleitet wurde das Projekt in einem Konzern mit mehr als 2.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz in dreistelliger Millionenhöhe natürlich nicht von einem Studenten allein, sondern auch vom internen Senior Manager Strategic Projekts und der Geschäftsführung am Hauptstandort. Gemeinsam ging’s dann zügig an die Analyse des Status quo und die Planung einer Framework-Lösung nach Maß.

Konzipiert, entwickelt und etabliert wurde schließlich eine Echtzeitvisualisierung von Fertigungsdaten im Maschinenteilebau. Mit allen Produktivdaten für „Soll & Ist“ und zu Historie, Auslastung sowie Effektivitätsübersicht und Eskalationsmanagement. Das Ganze sichtbar für alle verantwortlichen Positionen im Unternehmen unter Beachtung der definierten Rollen und Rechte.  

Die Lösung mit Smart Industry Framework:

Ab sofort hat das Unternehmen damit alle geplanten Produktivitätskennzahlen und Aufträge pro Maschine zuverlässig „auf dem Schirm“ – praktisch in Echtzeit!

Und ergänzende Features sind schon jetzt Gegenstand der Gespräche für weitere Projekte, etwa zum Thema evidenzbasierte Vorhersagen für Maschinen wie Predictive Maintenance, Predictive Planning sowie das Aufzeigen von Auffälligkeiten.

Erstellt wurde die komplette Lösung bei Axians als Remote-Entwicklung und damit auch ohne störende und kostspielige Präsenz des Entwicklerteams vor Ort in der Fertigung. Für die Nutzer im Unternehmen gab’s dazu noch eine kurze Web-Demo zu allen Aspekten der Anwendung… und seit September heißt es ganz einfach: läuft!

Resultate, Reaktionen und Reizthemen

Für den Arbeitsalltag des Maschinenbauers lässt sich hier durchaus von einer kleinen Revolution sprechen. Allein schon, wenn man bedenkt, wie „klassisch“ – oder besser gesagt altertümlich – dort vorher mit Zettel und Stift geplant bzw. gearbeitet wurde Und wie einfach die neue Lösung letztlich aus IT Sicht ist, die aus OT-Sicht enorm viele Vorteile bringt! Das Ganze in diesem Stadium auch komplett ohne auf Schlagworte wie Machine Learning oder Deep Neural Network zu springen.

Kurz gesagt: Die Zufriedenheit aus dem Unternehmen über die gebaute Lösung ist ausgesprochen hoch. Der Weg dorthin verlief allerdings nicht durchgehend ohne Hindernisse. Neues stößt nun einmal selbst in einer innovativen Branche gelegentlich auf Skepsis. Sei es in der Verwaltung oder sogar in der IT-Abteilung selbst. Das diese in den kommenden Wochen und Monaten von den Mehrwerten der Lösung ebenfalls profitieren, steht allerdings ganz sicher außer Frage.

Generell machte die neue Fertigungsdigitalisierung für das gesamte Unternehmen die Produktivität erstmals vollkommen und unmittelbar transparent. Einfach auch, weil an jeder Maschine das „Soll“ und das „Ist“ jetzt wirklich sichtbar wird – und sich Effizienz so tatsächlich und unternehmensweit verifizieren lässt. Übersichtlich, in Echtzeit und auf jeder Ebene.

Falls Sie nun Fragen zu den Möglichkeiten von Smart Industry Framework für die Digitalisierung in Ihrem Unternehmen haben, freue ich mich auf Ihr Interesse. Und wenn nicht, dann zeigen Sie diesen Beitrag doch einfach Ihrem Werkstudenten. Wer weiß, was sich daraus ergibt… Ich stehe in jedem Fall gern Rede und Antwort.

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