Live aus Las Vegas: Impressionen und Informationen von der IBM Think 2018

IBM rief – und über 30.000 Interessierte trafen sich zur Premiere des neuen Formats für eine allumfassende Unternehmenskonferenz: IBM Think. Unter dem Motto „Let’s put smart to work“ wurde dann vom 19. – 22. März in Las Vegas lebhaft diskutiert, viel Neues präsentiert und vom Axians Team vor Ort auch eingehend verifiziert. Als Kernthemen standen wie erwartet neue Anwendungen der künstlichen Intelligenz, Watson und natürlich die Cloud in allen Variationen im Fokus. Ein Programm, in das sich die verschiedenen Softwarelinien thematisch einreihten. Hier nun für Sie unsere ganz persönliche Bilanz der IBM Think 2018.

„There is no AI without IA“

…auffallend oft positionierte IBM auf der Think Konferenz dieses Motto. Sprich: Die Notwendigkeit von IA (Information Architecture) als Basis für maschinenbasiertes Lernen oder sogar für künstliche Intelligenz generell. Damit adressierten die AI-Experten einen zentralen Aspekt, der in den Diskussionen um Data Science leider oft vergessen oder zumindest unterschätzt wird: Die saubere Aufarbeitung und Dokumentation des Datenbestands. Durch das langjährige Axians Engagement in Sachen Datawarehouse, Big Data & Analytics ein Faktor, der uns allerdings bestens bekannt ist. Schon seit Jahrzehnten wird mit verschiedenen Ansätzen und Technologien an der Integration unterschiedlicher Daten ins Datawarehouse, in den Data Lake oder in ähnliche Konzepte gearbeitet – und dabei auch die Pflicht zur durchgehenden Dokumentation anhand von Metadaten und entsprechenden Katalogen fleißig gepredigt. Leider aber nicht immer erfolgreich, denn zusätzliche Dokumentation verlangt zunächst auch mehr Aufwand. Der Gewinn zeigt sich jedoch spätestens bei der erfolgreichen Nachverfolgung und Qualitätssicherung. Oder jetzt topaktuell: Bei der zwingend notwendigen Dokumentation der Nutzung von personenbezogenen Daten im Rahmen der EU-DSGVO. Und trotzdem werden immer noch Daten aus unterschiedlichen Systemen pragmatisch mit Open Source Tools zusammengefahren. Ohne, dass die späteren Nutzer jemals Klarheit über Herkunft und Richtigkeit der Quellen oder die getätigten Schritte erhalten. Denn das Wissen (oder hier besser das Geheimnis) verbleibt im Code des Data Scientist. Alles in allem ein großes Thema – auch auf der Think 2018, so das Fazit von Solution Architect Marc Bastien. In diesem Sinne will IBM nun mit den Plattform-Lösungen „Data Science Experience“ bzw. Watson Studio sowie der neuen „IBM Cloud Private for Data“ diese Ansprüche bedienen. Also eine durchgehend effektiv integrierte Metadatenverwaltung als Basis jeder fundierten Analyse.

Wer mit der Cloud „fremdelt“, bekommt’s privat.

Mit der IBM Cloud Private for Data wurde auf der Think Konferenz eine neue Plattform zur Speicherung und Analyse von Daten für Kunden vorgestellt, die den kompletten Gang in die Cloud aus unterschiedlichen Gründen scheuen. Dabei wurden teils neue und teils bekannte Werkzeuge „dockerisiert“ und auf Basis von Kubernetes eine ausgesprochen komfortable Data & Analytics Plattform geschaffen. Besonders elegant dabei, findet unser Senior Solution Architect Martin Clement: Alle wesentlichen Aspekte für Data & Analytics sind hier bereits enthalten. Darunter u.a. die Integration von strukturierten und unstrukturierten Daten oder ein einheitlicher Enterprise-Metadaten Katalog über Reports und Dashboards bis hin zu ML und AI. Zudem verspricht IBM einen bisher unerreicht niedrigen Betriebs- bzw. Wartungsaufwand. Und alle an einer Analyse beteiligten Rollen sollen hier durch einheitliche Metadaten und Sicherheitsmechanismen sowie einer nahtlos integrierten Oberfläche unterstützt werden.

IBM Cloud Private for Data
IBM Cloud Private for Data

Die Blockchain: Mega-Thema im Nano-Format.

IBM hat auf der Think auch den kleinsten Computer der Welt vorgestellt. Und klein heißt hier: mikroskopisch winzig. Denn mit seinen gerade mal 1 x 1 Nanometern an Seitenlänge hat dieser Rechner in etwa die Dimension eines Salzkorns! Trotzdem sind in ihm „mehrere 100.000 Transistoren“ verbaut – sagt zumindest der Hersteller, denn fürs exakte Zählen der ganzen Halbleiter-Elemente fehlten uns auf der Messe sowohl ein Elektronenmikroskop wie auch die Zeit. Viel interessanter ist ja schließlich auch die praktische Anwendung. Laut IBM sollen diese Mini-Computer für Blockchain-Anwendungen im Zusammenhang mit Bitcoins und anderen Kryptowährungen eingesetzt werden. Dabei geht es dann um die Berechnung grundlegender KI-Aufgaben, der Nachverfolgung von Lieferungen oder forensischen Ermittlungen bei Betrugsversuchen. Und womöglich werden die winzigen Rechner schon innerhalb der nächstes fünf Jahre auch in unseren alltäglichen Geräten heimisch und unterstützen in Smartphones oder Kühlschränken den Hauptprozessor. Ein Argument spricht jedenfalls schon jetzt dafür: der ebenfalls winzige Preis! Denn in der Herstellung kostet so ein Nano-Computer heute bereits weniger als 10 Cent.

Nach Cognos kommt Cognitive. Und das On-Premise!

Größere Neuigkeiten kommen von den BI-Entwicklern: Im Kontext von IBM Cognos stehen 2018 eine ganze Reihe von beachtlichen Innovationen ins Haus. So werden u.a. deskriptive Statistiken die Aussagen über die Datenqualität unterstützen. Darüber hinaus wird es möglich, aus Dashboard heraus eine Datenexploration zu starten. Dies übrigens dann auch in einer neuen Umgebung mit automatischen Visualisierungsvorschlägen oder automatisch generierten statistischen Zusammenhängen, die in natürlicher Sprache erklärt werden.

Und: Cognitive kommt – so unser Solution Architect Matthias Bauer: Diese Weiterentwicklung nach Cognos Analytics wird es auch als On-Premise-Lösung geben. Dazu präsentierte IBM ein komplett neues Frontend für das Predictive-Analytics Tool „SPSS Modeler“ – aufgesetzt, je nach Anwenderwunsch, auf Data Science Experience (On-Premise) oder Watson Studio (Cloud basiert). Auf das für Ende April 2018 angekündigte GA-Release sind wir jedenfalls schon gespannt.

Mittwochsmotto: Collaboration. Aber mit neuer Strategie.

Am 21. März war nicht nur Frühlingsanfang, sondern auch Mittwoch. Und damit hieß es: Willkommen zum Collaboration Community Day! Am Vormittag stellte IBM dabei die neue Collaboration Strategie für 2018 vor. Wobei speziell die Kernprodukte Notes/Domino 10, IBM Connections und Watson Workspace hier im Hinblick auf ihre kommenden Funktionen beleuchtet wurden.

Daraus hat unser Collaboration Experte Thomas Rickert hier einige für uns und unsere Kunden besonders interessante Punkte mitgebracht:

  • Eine neue iOS App ermöglicht es, bestehende Notes/Domino Anwendungen ohne Modernisierung auf dem iOS Gerät laufen zu lassen. Damit ist es quasi das ICAA (IBM Client Application Access Tool) für iOS.
  • Notes 10 und Domino 10 kommen Ende 2018. wie bereits vorher angekündigt. Nachdem wir erste neue Funktionen live gezeigt bekamen, hat sich IBM hier ganz besonders dem Thema Usability gewidmet. Im Mai startet übrigens schon die erste Beta Phase. Interessierte Kunden oder Partner können teilnehmen.
  • Bei Sametime 10 konzentriert man sich aktuell auf den Community Server (also die Domino Komponente), die dann auch multi-device Chats erlauben wird.
  • Im IBM Connections Umfeld intensiviert IBM weiterhin die Arbeit am neuen „Pink“ Framework und wird damit nicht nur die Profile neugestalten, sondern vor allem einen umfassenden darunterliegenden „Content Service“ bereitstellen. Große Fortschritte macht außerdem der „Connections Note“ Service für Notizen, die als Wiki, Blog, Forum etc. publiziert werden sollen.
  • Auch IBM Watson findet verstärkt Eingang in die Collaboration-Produkte integriert. Dazu wurden einige Möglichkeiten live gezeigt. IBM geht es dabei offenbar in erster Linie darum, die Anwender beim Anzeigen der wirklich interessanten Informationen zu unterstützen – z.B. mittels intelligente Suche und Filter. Ein weiteres Einsatzgebiet betrifft die eher klassischen Aspekte, wie etwa die Integration von Text2Speech.
  • Bei allen Produkten stehen für IBM ein enges Verzahnen und die sichere aber einfache Integration eindeutig im Vordergrund (Collaboration Framework).

Quantensprünge und Wolkengesichter

„Wer glaubt, die Quantenphysik verstanden zu haben, hat sie nicht verstanden„, soweit die Erkenntnis von Nobelpreisträger Richard Feynman. IBM sieht das offenbar ein wenig anders – und baut sich auf Basis der Quantenmechanik erst mal ein Elektronengehirn. Unsere Analytics & Data Kollegin Anja Beckmann bekam auf der IBM Think die Chance, den Quantencomputer einmal näher unter die Lupe zu nehmen. Gewissermaßen mit der Zukunft auf Augenhöhe! Interessant auch: Mit einem SDK (software developer kit) von IBM kann man den Quantencomputer über die Cloud auch selbst nutzen.

Anja Beckmann vor einem IBM Quantencomputer
Anja Beckmann vor einem IBM Quantencomputer

Und wo wir schon beim Thema sind: im Zeichen von Cognitive Computing wurden auch in IBM DATACAP 9.3 weitere Cloud Services integriert. Unter anderem können nun auch Gesichter erkannt werden. Oder Alter, Geschlecht und Namen bekannter Personen. Den Cloud Service kann man übrigens auch trainieren und so neue Gesichter „anlernen“, so Frank Trila, unser Enterprise Content Management Experte.

Last but not least gibt es natürlich auch lizenzseitig einige News aus Las Vegas: So kombiniert IBM jetzt Business Process Management, Capture und Enterprise Content Management in einem neuen Angebot namens „IBM Automation Platform for Digital Business“. Das Ganze mit dem Case Manager und Business Process Manager als alternative Verarbeitungsmöglichkeiten für Content aus ECM Systemen (IBM Filenet).

Summa summarum: Axians war mit einer engagierten Delegation auf der neuen IBM Think präsent. Und wir halten Sie somit ohne Filter über alle Entwicklungen gern up-to-date. Wann und wo Sie möchten. Welches Thema interessiert Sie speziell? Und wann haben Sie Zeit? Vereinbaren Sie mit uns Ihren persönlichen Termin. Gerne auch bei Ihnen vor Ort. Wir versprechen Ihnen verlässliche Infos aus erster Hand – professionell, praxisnah und wie immer kostenfrei.

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