Mit Künstlicher Intelligenz in die Zukunft der Zusammenarbeit starten

Sprachsteuerung, Chatbots und virtuelle Assistenten wie Siri, Cortana, Alexa oder Googles Assistant werden von vielen als Spielerei und Gadget angesehen. Doch sie alle beruhen auf Künstlicher Intelligenz (KI), die wiederum ein großer Technologie-Trend ist und die Digitalisierung auf ein neues Level heben wird. Ein erstes Einsatzgebiet sind Collaboration-Tools, die die tägliche Arbeit in den Unternehmen erleichtern.

Laut Gartner ist Künstliche Intelligenz (KI) einer der bedeutendsten Technologie-Trends und wird die Digitalisierung in den nächsten Jahren entscheidend beeinflussen. Unternehmen haben bereits heute viele Möglichkeiten, kognitive Systeme einzusetzen, die dazulernen und selbstständig Entscheidungen treffen können. Zu den weit bekannten Anwendungsfällen gehören beispielsweise Datenanalysen oder Prozessautomation. Roboter können dank Künstlicher Intelligenz miteinander kommunizieren und selbstständig bestimmte Arbeitsschritte übernehmen. In produzierenden Unternehmen lassen sich mithilfe von kognitiven Systemen unter anderem Wartungsarbeiten vorausschauend durchführen oder Fehler in den Erzeugnissen automatisiert frühzeitig erkennen. Eines der bekanntesten Beispiele, bei dem der Einsatz von KI unabdinglich ist, ist aktuell autonomes Fahren. Aber auch in der IT-Sicherheit kommen intelligente Systeme zum Einsatz, um Sicherheitsvorfälle schneller zu erkennen.

Die Relevanz von KI für die deutsche Wirtschaft ist hoch. Bei der Vielzahl an potenziellen Einsatzgebieten ist es nicht verwunderlich, dass die Unternehmensberatung McKinsey Künstliche Intelligenz klar als Wachstumsmotor für die deutsche Industrie einstuft. Laut der aktuellen Analyse „Smartening up with Artificial Intelligence (AI) – What’s in it for Germany and its Industrial Sector?“ rechnen die Berater damit, dass allein Künstliche Intelligenz das deutsche Bruttoinlandsprodukt bis im Jahr 2030 um bis zu vier Prozent oder rund 160 Milliarden Euro steigern wird. Eine weitere McKinsey-Studie belegt, dass Firmen weltweit 2016 bereits 39 Milliarden US-Dollar in Künstliche Intelligenz investierten – das ist dreimal so viel wie noch 2013. Dabei waren die größten Aktivposten Bild- und Spracherkennung sowie maschinelles Lernen. Aktuell setzen lediglich neun Prozent der befragten Unternehmen maschinelles Lernen in großem Umfang ein und nur zwölf Prozent sehen sich beim Thema KI schon über ein Experimentierstadium hinausgekommen. Das liegt vor allem daran, dass viele Projekte noch am Anfang stehen.

Lernprozess bei einem künstlichen Assistenten

Als Teil von Collaboration-Lösungen hat Künstliche Intelligenz jedoch längst Einzug in unseren Arbeitsalltag gehalten. Als Beispiel hierfür ist die Plattform Watson Workspace zu nennen, mit der IBM eine Vorreiterrolle einnimmt. Sie vereint die Fähigkeiten des kognitiv arbeitenden Supercomputers Watson mit einer übergreifenden Collaboration-Lösung, die Kommunikationsströme aus unterschiedlichen Quellen bündelt. KI unterstützt dabei den Anwender und erleichtert seinen Arbeitsalltag, indem sie verschiedene Assistenzaufgaben übernimmt. Sie bereitet beispielsweise Informationen auf, indem sie diese vorsortiert und zuerst anzeigt, was für den Nutzer besonders wichtig ist.

Um diese Vorsortierungen passgenau umzusetzen, greift Watson Workspace auf die Core-Entscheidungs-Engine in der IBM Cloud zu. Diese deckt einen Großteil der zu erwartenden Verhaltensmuster ab. Indem die KI Anwenderreaktionen analysiert, lernt sie, diese einzuschätzen. So kann sie immer treffsicherer abwägen, ob eine E-Mail tatsächlich wichtig ist und welche Priorität sie erhalten soll. Wenn der Nutzer eine Entscheidung des Assistenten revidiert, lernt er für die Zukunft dazu. Informationen und Muster, die sich aus dem Verhalten des Anwenders ergeben, speichert er in seinem persönlichen Profil ab und wird dadurch immer zielsicherer und zuverlässiger.

KI in Collaboration-Tools

KI in Collaboration-Tools kann zudem anhand von Schlagworten und Semantik herausfinden, welche Eckdaten einer Nachricht wichtig sind, und markiert diese. Dabei unterscheidet sie, ob der Empfänger eine Aktion ausführen muss oder ob von ihm eine Antwort erwartet wird. So hat der Nutzer schnell den nötigen Überblick.

Das System kann aber nicht nur zentrale Aussagen eines Textes analysieren und filtern, sondern auch die Tonalität. Dabei stellt es fest, welche Emotionen in der Mitteilung transportiert werden, wie etwa Freude, Angst oder Wut. Diese Funktion steht beispielsweise in IBM Watson Work Services bereit. Dabei handelt es sich um offene Schnittstellen, die Entwickler nutzen können, um kognitive Watson-Funktionalität in ihre Arbeitsplatzlösungen und Applikationen einzubauen. Den „Tone Analyzer“ können die Arbeitnehmer nutzen, um eigene E-Mails vor dem Versand zu prüfen. Er markiert dann Passagen, die noch einmal überarbeitet werden sollten, und verhindert damit unfreundliche Mitteilungen an Kunden. Vor allem bei Texten in einer Fremdsprache ist diese Funktion von großer Hilfe. Schon Nuancen in der Grußformel können für Muttersprachler unter Umständen große Unterschiede ausmachen und zu Missverständnissen führen.

IBM Watson Workspace Künstliche Intelligenz Collaboration
IBM Watson Workspace

Die Mensch-Maschine-Kommunikation ist ein weiteres Einsatzgebiet für Künstliche Intelligenz. Im Idealfall spricht der Anwender genauso einfach mit einem Collaboration-Werkzeug wie mit einem menschlichen Kollegen. Anbieter wie IBM setzen für solche Funktionen in Watson Workspace Bots ein, die wiederkehrende Fragen beantworten, Informationen finden und einfache Aufgaben übernehmen können, wie etwa die Terminplanung für den Anwender. Mittlerweile setzen Firmen solche Chatbots auch in der Kundenkommunikation ein, um eine schnelle Beantwortung von einfachen Anfragen zu gewährleisten.

Vertrauen Sie Künstlicher Intelligenz?

Der Kern für einen gelungenen Einsatz von kognitiven Elementen liegt im Vertrauen auf das System. Collaboration-Werkzeuge, die KI einsetzen, verbessern sich dank maschinellem Lernen ständig selbst. Sie nehmen dem Anwender schon jetzt einfache Aufgaben ab und unterstützen ihn in der Kommunikation in Fremdsprachen. Unternehmer, die noch nicht auf ein vollständiges kognitives System umstellen möchten, haben bei den meisten Herstellern die Gelegenheit, die angebotenen Systeme zu testen um zu entscheiden, ob und wie sie eine solche Lösung einsetzen möchten.

Diesen Beitrag kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.