SAM: vom notwendigen Übel zum Treiber Ihrer IT-Strategie

Bisher wurde das Software Asset Management (SAM) vornehmlich für die Sicherstellung der korrekten Lizenzierung im Unternehmen verwendet. Dies vor allem auch, um auf Hersteller-Audits vorbereitet zu sein und diese möglichst schadenfrei zu überstehen. SAM bietet aber mehr und ist dabei sich aus dieser passiven, in eine aktive Rolle zu entwickeln.

Software Asset Management wird mehr und mehr zu einem strategischen Instrument innerhalb der Unternehmens-IT. Dies lässt sich am Beispiel von Cloud-Diensten aufzeigen. Diese erhalten schier unaufhaltsam Einzug in die Rechenzentren. Aktuellen Umfragen zufolge, setzen bereits zwei von drei Unternehmen diese Art der Bereitstellung von IT-Services ein.

Zudem besteht, aus meiner Erfahrung heraus, die Hoffnung seitens der Unternehmen, dass durch den Einsatz von Cloud-Services sich auch das Thema Lizenzierung vereinfacht. Schließlich bezahle ich ja nur für das, was ich auch bekomme.

An fünf Beispielen werde ich darstellen, wie SAM einen Mehrwert beim Einsatz von Cloud-Services leistet:

1. Cloud ja, aber wo fange ich eigentlich an?

Bereits vor der Einführung von Cloud-Diensten liefert das SAM wertvolle Daten zur Analyse der eigenen Infrastruktur. Zum Beispiel Informationen, ob die genutzte Hard- und Software auf den Einsatz von Cloud-Diensten vorbereitet ist. Entsprechen die lokal eingesetzten Softwareversionen den Anforderungen, um diese in der Cloud nutzen zu können? Oder ist zuvor ein Upgrade notwendig?

Des Weiteren dienen die Daten dazu, Entscheidungen hinsichtlich der Priorisierung in der Cloud-Migration zu treffen. Welcher Bereich eignet sich, um mit einer Migration in einen Cloud Dienst zu beginnen? Welche Nutzer sind davon betroffen? Welche Services müssen dafür beschafft werden?

2. Die Qual der Wahl der Services in der Cloud

Die Anzahl der Cloud-Dienste, die von Service-Providern angeboten werden, sind schier unüberschaubar. Darin den Überblick zu behalten ist dementsprechend schwierig. Zudem stellen sich Fragen wie: Welcher Service ist der Richtige für mich? Was benötigten meine User?

Mit SAM ist der IST-Zustand der lokal verwendeten Infrastruktur und deren Ressourcen zentral bekannt (über verschiedene Rechenzentren oder Technologien hinweg). Damit ist eine Datenbasis vorhanden, die bei der Auswahl, der für das Unternehmen passenden Services behilflich ist. Auch zur Softwarenutzung und deren Häufigkeit durch die Benutzer, können Informationen im SAM erstellt werden. Diese Daten vereinfachen die Auswahl und das Sizing der Cloud-Dienste.

3. Buchung und Überwachung der Services

Ein Vorteil von Cloud-Diensten ist, dass diese eine einfache Bereitstellung für Unternehmen und Mitarbeiter bieten. Benutzerkonto anlegen, Cloud-Service buchen und schon stehen die gewünschten Ressourcen zur Verfügung.
Hier gilt es die Kontrolle über die Services zu behalten, um einen Wildwuchs von Cloud-Diensten zu verhindern.
Das SAM übernimmt dabei diese Kontrollfunktion. Prozesse zur Beschaffung, Bereitstellung, Verwaltung und Ausmusterung sind darin bereits geregelt, Richtlinien aufgesetzt und Verantwortlichkeiten definiert.

Diese Struktur mindert das Risiko, dass Cloud-Dienste ohne entsprechende Freigaben genutzt werden. Genauso können Bedarfe von Mitarbeitern und Abteilungen bedient und die notwendigen Cloud-Dienste über freigegebene Provider gebucht werden. Des Weiteren ist eine Budgetplanung mit belastbaren Zahlen möglich.

Ein weiterer Aspekt in diesem Bereich ist die Überwachung von Softwareinstallationen innerhalb von virtuellen Instanzen beim Service-Provider. Ist die darauf installierte Software über den Cloud-Dienst abgedeckt, oder müssen dafür Lizenzen beschafft werden? Ist diese Art der Nutzung durch die geltenden Lizenzbestimmungen abgedeckt?

4. Nutzung von vorhandenen Lizenzen

Manche Hersteller / Service Provider bieten die Möglichkeit vorhandene Lizenzen in Cloud-Diensten weiter zu verwenden. Oder auch diese als eine Art Upgradebasis für die Lizenzierung von Cloud-Services zu verwenden.
Im SAM sind die im Unternehmen vorhandenen Lizenzen und deren Verträge bekannt. Das SAM kann somit ermitteln, welche Lizenzen dafür in Frage kommen. Hierüber lassen sich Kosteneinsparungen und eine erneute Lizenzierung als Cloud-Services verhindern. Eine lizenzrechtlich korrekte Weiterverwendung ist ebenso sichergestellt.
Durch SAM können zudem Lizenzen ermittelt werden, die aufgrund des Einsatzes von Cloud-Services nicht mehr benötigt werden. Eine weitere Verwendung in einem anderen Unternehmensbereich ist damit möglich und eine erneute Lizenzierung wird unterbunden.

5. Die Mischung macht’s

Da es aus meiner Erfahrung heraus in vielen Fällen zu einem Mischbetrieb von lokaler Bereitstellung und Cloud-Diensten kommt, profitieren die Unternehmen von der zentralen Schnittstelle SAM. Sowohl die lokale IT-Umgebung und deren Lizenzierung, als auch die genutzten Cloud-Services und deren Abonnements bei den Service-Providern sind bekannt.
Damit lassen sich Redundanzen identifizieren und die jeweilige Art der Bereitstellung kann überprüft und angepasst werden. IT-Verantwortliche freuen sich über Kosteneinsparungen und einheitlich verwendete Services innerhalb der Unternehmens-IT.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, das SAM bei der Nutzung von Cloud-Diensten klare Mehrwerte bietet. Seine Datenbasis und Prozesse liefern wertvolle Informationen bei der Einführung von Cloud-Services, fördert deren Transparenz und hilft die Kontrolle darüber zu behalten. SAM entwickelt sich zu einem aktiven Element, welches jedem Unternehmen bei der Ausrichtung und Umsetzung der IT-Strategie nutzt.

 

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