Orakel oder Evidenz? Predictive Planning als Erfolgsfaktor

Der Klassiker: Prognosen sind schwierig – vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Aber stimmt das immer noch in aller Bestimmtheit? Heute möchte ich für Sie diese alte These neu interpretieren: Prognosen sind wertvoll, wenn sie näher an der Zukunft sind! Die Methodik dafür gibt es bereits. Predictive Planning heißt diese kommende Königsdisziplin der angewandten BI. Denn über Analysen der Vergangenheit hinaus, kommen hier antizipierende Strategien und Simulationen zum Zuge.

Ohne Planung ist der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens kaum zu organisieren. Der Kunstgriff besteht darin, möglichst realitätsnahe Annahmen über die Zukunft zu treffen. Das verschlingt aber nicht nur personelle und finanzielle Ressourcen, es bringt oft nicht einmal das erhoffte Ergebnis. Denn eine immer komplexer werdende Umwelt in Verbindung mit sich häufenden unerwarteten Ereignissen führt dazu, dass die mühevoll erstellten Planungen schnell von der Realität abweichen. Die Folge: Es wird nur noch rückblickend reagiert, anstatt Ereignisse vorherzusehen und mit Weitblick zu agieren. Manche Unternehmen kontern, indem sie ihre Planungszyklen erhöhen. Die dazu nötigen Ressourcen sind allerdings begrenzt, was der Zahl dieser Zyklen eine natürliche Grenze setzt. Dabei geht es mittlerweile auch deutlich effizienter.

Predictive Planning ist Wettervorhersage plus Simulator

Wie reagiert man auf unvorhergesehene Ereignisse? Am besten rasch – und im Idealfall dann auch mit Wissensvorsprung. Dafür sind allerdings schon im Vorfeld qualifizierte Manpower und reichlich Ressourcen nötig. Predictive Planning setzt dagegen den Fokus aufs Essenzielle. Hier werden für das Unternehmen spezifische Prozesse und Herausforderungen analysiert. Genutzt wird, was bisher war –gefragt ist, was kommen kann. Und der Schlüssel dabei liegt in einer möglichst hochfrequenten Ausführung von Simulationen auf der Grundlage von Statistik und Mustererkennung. Der eigentliche Kunstgriff liegt dann in der intelligenten Auswahl und Einbeziehung aller ausschlaggebenden Faktoren wie z.B. relevante Unternehmensdaten, relationale Abhängigkeiten und externe Einflussgrößen. Im Ergebnis stehen belastbare Optionen für effektive Handlungen bei eventuellen Ereignissen. Oder anders gesagt: mehr Planungssicherheit auch bei vermehrt unsicheren Aussichten.

Planungssicherheit hoch. Ressourcenaufwand gesenkt.

Durch Predictive Planning können sowohl der Planungsaufwand wie auch der dafür nötige Ressourceneinsatz deutlich reduziert werden. Vieles läuft hier weitestgehend automatisiert ab. Die gewonnene Zeit kann also für weitere Strategiearbeiten genutzt werden. Immer auf der Basis eines ganz neuen Wissensvorsprungs. Durch den Einsatz von Statistiksoftware wie SPSS oder R können dazu wesentlich mehr Informationen verarbeitet werden, als es dem Menschen möglich wäre. Zusätzlich werden so erst entscheidende Zusammenhänge aufgezeigt bzw. hergestellt.

Genau? Genau!

Planer orientieren sich im „Predictive Modus“ an einem automatisch generierten realistischen Forecast. Diese vorhergesagten Ergebnisse, im Kontext von aktuellen Erkenntnissen und Informationen, machen äußerst realitätsnahe operative und strategische Entscheidungen möglich. Und eben diese deutlich gesteigerte Planungsgenauigkeit hat großen Einfluss auf Themen wie Absatzvorhersagen, Einkaufsentscheidungen, optimierte Produktionsmengen oder Lagerbestände. Der künftige Absatz und Umsatz ist zum Beispiel einer der wichtigsten Teilgebiete der Planung – mit direktem Einfluss auf weitere Unternehmensbereiche bis hin zur Liquidität. Mittels Predictive Planning können hier ohne großen Aufwand sehr präzise Vorhersagen über die Entwicklung getroffen werden. Neue Konkurrenzprodukte, ein sich veränderndes Marktumfeld oder sogar das Wetter können jedoch eine im Vorfeld aufgestellte Prognose plötzlich obsolet machen. Dann sind komplexere, dynamische Planungen gefragt. Auch diese werden durch Predictive Planning mit hoher Treffergenauigkeit erstellt – denn hier gehört das Einbeziehen von Faktoren wie etwa Trendkomponenten, Saison- oder Maßnahmeeffekte zum Wesen des Konzepts.

Predictive in der Praxis.

Das folgende Schaubild zeigt die Absatzmenge einzelner Produkte oder Produktfamilien. Erkennbar wird ein Absatzeinbruch über die Monate April bis August. Aufgrund der Analyse durch Predictive Planning wäre nun möglich, diverse Maßnahmen wie u.a. Preisänderungen oder Werbeaktionen und deren Auswirkungen zu simulieren, um einem drohenden Absatztief effektiv zu begegnen.

Ein anderes Beispiel wäre die Analyse von Produktlebenszyklen. Sie kann als erweitere Entscheidungsgrundlage für mögliche Marketingaktionen oder die Produktentwicklung dienen.

Mein Fazit:

Auch Predictive Planning kann den Einsatz menschlicher Ressourcen nicht ersetzen. Die Kreativität bei der Entwicklung von effektiven Maßnahmen bleibt bis auf Weiteres eine Domäne von engagierten Mitarbeitern. Predictive  Planning trägt aber dazu bei, Ressourcen einzusparen und gleichzeitig die Planung zu präzisieren und zu optimieren. Vor allem liefert Prediktive Planning den Entscheidern neue Perspektiven, Informationen und Zusammenhänge, um damit dem Unternehmen einen „Vorsprung durch Vorausblick“ im Wettbewerb zu verschaffen.

 

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