California Dreamin‘: Die Highlights der IBM Connect 2017 in San Francisco

Die großen Events der weltweit führenden IKT-Hersteller, wie Apple, Microsoft oder IBM, werden meist mit Spannung erwartet. Nicht selten geht von den Neuvorstellungen oder Ankündigungen eine Signalwirkung aus, die über Jahre nachwirkt. Trends werden geboren, bestätigt oder begraben. In San Francisco fand kürzlich die IBM Connect 2017 statt, bei der Collaboration- und Talent-Management-Lösungen im Fokus stehen. Hier sind die vier wichtigsten Neuigkeiten zusammengefasst.

1. IBM Connections 6.0 und Pink

Im März 2017 wird IBM die nächste Version der Enterprise-Social-Network-Plattform Connections für die On-Premise-Kunden veröffentlichen. Für Cloud-Nutzer steht dieses Update im April oder Mai zur Verfügung. Für die Kunden gibt es dann eine überarbeitete Homepage inklusive kognitiver Funktionen – „Orient Me“ – sowie deutlich verbesserte Möglichkeiten, die Communities in Connections ansprechender zu gestalten. Ein weiteres neues Feature ist der inkludierte Onboarding-Prozess für neue Mitarbeiter. Ein Hauptmerkmal ist allerdings die Verbesserung der Files-Komponente inklusive „My Drive“-Funktion, in dem die User deutlich einfacher Daten und ganze Ordner synchronisieren können.

Mit der sogenannten Pink-Initiative modernisiert IBM unter anderem Connections und stellt es auf eine komplett offene und integrierbare Plattform. IBM bezeichnet dies als einen Prozess was bedeutet, dass bestehende Connections-Kunden nach und nach die neuen Funktionen und Modernisierungen aus Pink heraus nutzen können. Pink wird ab September für Kunden die ersten Neuerungen bereitstellen.

Pink in Kürze zusammengefasst:

  • Pink wird eine komplett neue, moderne Architektur für IBM Connections bieten
  • Pink wird kontinuierlich weiterentwickelt und ist kein einzelnes Release oder Produkt
  • Pink wird “in the box” alle Deployment-Modelle unterstützen: On-premise, Cloud, Hybrid. Der Kunde entscheidet, wo er seine Daten lagern und nutzen möchte
  • Alle Komponenten in Pink werden durch eine für entwickler dokumentierte open API anpassbar sein
  • Pink ist auf Open-Source-Technologie aufgebaut

Die neue Homepage „Orient Me“ basiert als erster Teilabschnitt der Weiterentwicklung bereits auf Pink.

Blog_Connect_Pink Middleware

Bild-Quelle: IBM

2. Workstream-Collaboration-Plattformen (IBM Watson Workspace und Watson Work Services) werden uns begleiten

Watson Workspace ist eine sogenannte Workstream-Collaboration-Plattform, auf der ähnlich eines Persistant-Chats Informationen aus unterschiedlichen Quellen, etwa auch von Maschinen in einem möglichen IoT-Szenario, in einer Oberfläche dargestellt werden können.

Mike Gotta, Research VP bei Gartner, hat in einer Keynote dargestellt, wie wichtig Gartner diese Plattformen empfindet – als Game Changer, die in nächste Zeit Maßstäbe setzen wird.

Aktuell befindet sich Watson Workspace noch in der Beta-Version, da IBM noch einige Out-of-the-Box-Integrationen, etwa in IBM Connections, IBM Verse und Microsoft Outlook, vor dem Produkt-Release im zweiten Quartal fertigstellen wird.

Aber bereits mit den jetzt verfügbaren Partnerintegrationslösungen lässt sich Workspace mit sehr vielen 3rd Party-Produkten einfach verbinden, so dass Informationen bi-direktional hin und her ausgetauscht werden können.

Watson-Work-Services in aller Kürze

  • Kognitive Services, die Konversationen verstehen
  • Konversationen komplett unabhängig und aus unterschiedlichen Quellsystemen in einen gemeinsamen Kontext packen
  • IBM Watson Workspace stellt ein Beispiel für die Visualisierung dieser Konversationen dar
  • Entwickler können kognitive Konversationen in ihre Anwendungen integrieren (pull und push)

3. Modernisierung der IBM Domino Application

Für die Domino-Kunden mit Anwendungen empfiehlt IBM eine Modernisierung dieser Applikationen, um etwa über Mobile Devices oder über Browser darauf zugreifen zu können. Eine klare Vorgehensweise dazu wurde noch nicht empfohlen, vielmehr wurden einige Frameworks vorgestellt, die hier Unterstützung leisten können. Die Zukunft der Applikationen liegt definitiv im Browser und dort sollte man laut IBM auf Open-Source-Technologien setzen. Es gibt viele Hersteller auf dem Markt, die hierfür Lösungen anbieten.

Jeder Entwickler kann dieses Konzept aber auch ohne solche Komplettlösungen selbst umsetzen beziehungsweise die Oberfläche einer Applikation für den Browser entwickeln – etwa mit Angular, Vaadin oder ähnlichen Frameworks. Die bestehenden Notes-Applikationen kann man über APIs ansprechen, steuern und bereits vorhandene Funktionen weiter verwenden. Damit betreibt man den Domino-Server langfristig als Datenbank-System und Applikationsserver.

Ein gutes Beispiel für die Umsetzung hat gerade ein Axians-Kollege am Beispiel des Vaadin Frameworks auf seinem Blog beschrieben: „Notes application modernization with Vaadin: A step-by-step beginner tutorial“. Dieser Artikel zeigt gleichzeitig den Weg zur Modernisierung auf und führt in die neuen Denkweisen im Bereich der Open-Source-Lösungen ein.

Klassische Domino-Applikationen können damit zum Beispiel mit einem modernen User Interface versehen werden, wie in folgendem Bild zu sehen ist:

Blog_IBM Connect

4. Integration überall – Beispiel IBM Verse

IBM Verse erhält neben den lange erwarteten Funktionen rund um die Delegierung von Kalender und Mail mit dem neuen Editor ein deutliches Update.

Die Integration von Drittanbietern und Erweiterungsmöglichkeiten für Partner ist allerdings eine noch ungelöste Herausforderung, da der IBM nach wie vor vorgeworfen wird, dass Sie zu vielen Standardanbietern keine Schnittstellen anbietet (Salesforce, SAP, ECM Systeme etc.).

Die Partnerschaft mit Cisco bietet IBM die Möglichkeiten, mit dem Marktführer für Meeting- und Audio-/Video-Services zusammenzuarbeiten. Die gezeigten Integrationen waren sehr aussagekräftig und simpel seitens der Konfiguration zugleich.

Vielversprechend klingt zudem die kurzfristig verfügbare Cognitive Inbox, die jenseits von Clutter-Empfehlungen den User bei der sinnhaften Abarbeitung von E-Mails und Tasks unterstützen soll.

Die IBM Connect 2017 hat glaubhaft das Versprechen gegeben, dass IBM hart daran arbeitet, einen Wandel einzuleiten und neue Wege zu beschreiten. Dies zeigt sich auch durch den neuen Ansatz der Integration von Lösungen und Services von Partnern. San Francisco war als Austragungsort und zur Unterstreichung der Aufbruchsstimmung klug gewählt und hat bei den meisten Besuchern seine Wirkung nicht verfehlt.


Persönlich und kostenfrei: IBM Connect-News als Wunschtermin

Nutzen Sie unser kostenfreies Angebot zur individuellen Nachlese der IBM Connect 2017 in San Francisco bei Ihnen vor Ort! Es ist Ihre Chance, sich einen aktuellen und umfangreichen Überblick zu verschaffen – und Anwendungsfälle für Ihr Unternehmen kennen zu lernen.

Ich freue mich auf Ihren Anruf oder Ihre E-Mail.

 

Mehr zu unseren Collaboration Lösungen

 

Diesen Beitrag kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.